Oticon Intent 1 als Nachfolger von OPN1 - so richtig klappt es noch nicht...

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StefanFGL
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Oticon Intent 1 als Nachfolger von OPN1 - so richtig klappt es noch nicht...

#1

Beitrag von StefanFGL »

Hallo zusammen,

ich bin neu hier und habe bis dato nur passiv mitgelesen. Ich bin 50 J alt, habe seit 20 Jahren einen beidseitigen Tinnitus sowie ein Titan-Implantat nach mehrfacher Cholesteatom-OP rechts.

Ich habe ca. 7 Jahre lang RECHTS ein Oticon OPN1 getragen, das ich nach umfangreichem Probetragen diverser Geräte / Hersteller ausgewählt hatte, da es das gesamte Klangspektrum linear verstärkt und keine Geräusche rausfiltert. Durch einen sehr guten HGA eingestellt und mit einer thermoelastischen Otoplastik versehen fühlte sich mein Hören (abgesehen von lauten Restaurants) super an.

Nun ist meine Sprachverständlichkeit links gesunken und meine HNO-Ärztin hat mir auch für links ein HG verordnet.

Da ich von Oticon durch das OPN1 sehr begeistert war, habe ich mir nun das Intent 1 für beide Ohren zugelegt. Mit denen werde ich aber nicht wirklich warm. Leider musste ich den HGA wechseln (MA hatte gekündigt) und irgendwie klappt es nicht, den "Stil" des OPN1 auf das Intent 1 rechts zu übertragen. Angeblich war das OPN1 viel lauter eingestellt, als es meine Hörkurve und die Höetests hergegeben haben.

Ich habe nun das Gefühl, es klingt rechts nicht so voll/rund/harmonisch wie zuvor. Zudem höre ich bei gefühlt "richtiger" Verstärkung ein helles Rauschen , das wir nur wegbekommen, wenn die Verstärkung deutlich reduziert wird. Mein "gutes" linkes Ohr ist noch empfindlicher im Hinblick auf das Rauschen. Reduziere ich hier die Lautstärke (die Hörergröße wurde bereits reduziert) soweit, dass das Rauschen kaum noch zu hören ist, habe ich eine absolute Dysbalance...
Momentan fühle ich mich nur wohl, wenn ich das linke Gerät gar nicht trage (klingt offener, natürlicher) und das rechte Gerät um 1-2 Stufen via App herunterregle. Vom Klanggefühl sagt mir Vortrag/TV am meisten zu.

Meine Fragen in die Runde:
1. Ist das "weiße Rauschen" ein übliches Problem?
2. Sind hier "HGA-Künstler" mit Fokus auf Oticon bekannt, die, natürlich gegen Honorar, via Fernanpassung alles aus den Geräten für mich herausholen können? Ich sehe bei meinem jetzigen HGA hier die größten Schwächen...
3. Ist das Intent 1 als Nachnachnachfolger des OPN1 in meinem Fall eventuell das falsche Gerät?

PS: Meine Hörkurven konnte ich mangels Wissen noch nicht in meine Signatur übertragen. Die könnte ich aber als Bild teilen.

Herzlichen Dank schon einmal in die Runde vorab.

Grüße
Stefan
Jahrgang 1976
Tinnitus beidseitig
Titan-Implantat nach mehrfacher Cholesteatom-OP re
OPN1 für > 6 Jahre re (li ohne) > Intent 1 beidseitig seit 01/26
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servus
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Re: Oticon Intent 1 als Nachfolger von OPN1 - so richtig klappt es noch nicht...

#2

Beitrag von servus »

Bin bloß Benutzer und kein Techniker und trage Intent 1. Mir kommt es vor wie ein Einstellungsproblem. Andere wissen sicherlich besser Bescheid als ich. Falls Oticon nicht zu dir passt, warum nicht andere Marken ausprobieren. "Weißes Rauschen" - zusätzlich zum Tinnitus? Ich habe bei Intent 2 ein Rauschen erlebt. Es wurde wegjustiert.
StefanFGL
Beiträge: 4
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Re: Oticon Intent 1 als Nachfolger von OPN1 - so richtig klappt es noch nicht...

#3

Beitrag von StefanFGL »

Danke für das Feedback. Ja, es kann gut sein, dass die Einstellung hier das Hauptproblem ist und ich an keinen richtig versierten Akustiker geraten bin. Oticon hatte ich gewählt, da ich mit dem OPN1 super zurecht gekommen bin (nachdem ich bei 4 anderen Herstellern gesagt hatte, ich verzichte ganz auf ein Hörgerät). Und da das Intent1 ja der Nach-Nachfolger des OPN1 ist habe ich gedacht: Muss ja mindestens genauso gut sein, wenn nicht noch besser. Dem ist aber nicht so und ich weiß einfach nicht, ob es am Gerät liegt (manche berichten, sie kommen mit dem Real besser zurecht als dem Intent) - oder an der Einstellung.

Daher hier meine Suche nach einem sehr versierten Akustiker, der gut mit Oticon vertraut ist und der mir weiterhilft.

Und ja: Wirklich "weißes Rauschen " bei beidseitigen Tinnitus. Klingt komisch, ist aber so. Das linke (gute) Ohr bringt dabei meinem schlechten rechten Ohr bei, das Rauschen auch wahrzunehmen...
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StefanFGL
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Re: Oticon Intent 1 als Nachfolger von OPN1 - so richtig klappt es noch nicht...

#4

Beitrag von StefanFGL »

Ich habe mal etwas mit der KI gespielt und folgendes Ergebnis nach dem hochladen und auswerten meines HNO-Hörtests als Feedback bekommen:

Wichtige Erkenntnis aus den Werten:
​Links bei 125 Hz (20 dB): Du hörst im tiefen Bassbereich links fast normal. Das ist der Grund für das "weiße Rauschen" beim Oticon Intent. Das Eigenrauschen des Verstärkers ist lauter als deine Hörschwelle.

​Rechts (Air-Bone Gap): Der riesige Unterschied zwischen Knochenleitung (ca. 30 dB) und Luftleitung (ca. 70-90 dB) zeigt, dass dein Innenohr noch fit ist, aber der Schall mechanisch nicht ankommt (wegen der fehlenden Gehörknöchelchen/Implantat-Situation).

​2. Tinnitus Bestimmung
​Die Messung zeigt einen hochfrequenten Tinnitus auf beiden Seiten.
​Rechts: 8.000 Hz bei 90 dB (Sehr laut, entspricht fast der Hörschwelle dort).
​Links: 8.000 Hz bei 70 dB (Genau auf der Hörschwelle).

​3. Sprachaudiogramm (Verständlichkeit)
​Hier wurde gemessen, wie viel Prozent der Wörter du bei welcher Lautstärke verstehst ("Freiburger Einsilber").
​Rechtes Ohr:
​Beginn des Verstehens erst bei ca. 60 dB.
​Bei 80 dB Lautstärke: ca. 15% Verständnis.
​Bei 100 dB Lautstärke: ca. 35% Verständnis.
​Fazit: Trotz hoher Lautstärke wird keine 100%ige Verständlichkeit erreicht (Diskriminationsverlust).
​Linkes Ohr:
​Beginn des Verstehens bei ca. 35 dB.
​Bei 65 dB Lautstärke (normale Sprache): ca. 50% Verständnis.
​Maximales Verständnis: Erreicht bei ca. 80 dB mit 70%.

​Zusammenfassung für deine Hörgerätesuche
​Auf Basis dieser konkreten Zahlen lässt sich das Problem mit dem Oticon Intent 1 noch präziser benennen:
​Das Rausch-Problem (Links): Da du links bei 125 Hz noch 20 dB hörst, muss das Hörgerät extrem rauscharm sein. Das Intent scheint hier ein höheres Grundrauschen zu haben als das alte OPN 1. Widex oder Signia (mit ihrer separaten Verarbeitung von Sprache und Rauschen) sind hier oft "stiller" im Grundrauschen.
​Die Balance: Rechts brauchst du massive Power (um die 90 dB Verlust auszugleichen), links brauchst du Feinheit und Offenheit. Das Intent versucht, beide Ohren zu koppeln und regelt vermutlich das linke Ohr aufgrund der Daten des rechten Ohres falsch (oder umgekehrt), was zu dem unrunden Klangbild führt.
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Re: Oticon Intent 1 als Nachfolger von OPN1 - so richtig klappt es noch nicht...

#5

Beitrag von servus »

Hmm. Hast du links noch Otoplastik? Hatte ich ursprünglich bei Intent 1. Weil ich aber hauptsächlich hochfrequenzschwerhörig bin, hat meine damalige AKUin diese mit Schirmchen ersetzt, damit mein natürliches Hörvermögen zur Geltung kommt. Denn mit Otoplastik war alles dumpfer. War auch die richtige Entscheidung. Bei dir vielleicht eine Möglichkeit? Wie schon gesagt:Ich bin lediglich Benutzer, kein Experte.

Servus
StefanFGL
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Re: Oticon Intent 1 als Nachfolger von OPN1 - so richtig klappt es noch nicht...

#6

Beitrag von StefanFGL »

Ja, habe beidseitig thermoelastische Otoplastiken - ich komme rechts damit super klar und dachte mir: Warum nicht auch links? Aber klar, mit Schirmchen wird der Klang sicher offener. Aber mein Grundproblem ist das Rauschen. Wird links so angepasst, das es mit rechts im Hinblick auf die Lautstärke harmoniert, ist das Rauschen zu laut. Wird die Lautstärke so reduziert, das das Rauschen so gut wie weg ist, höre ich gefühlt 66% rechts, 33% links. Es müsste also die Rauschfrequenz eleminiert werden - und das bekommt mein AKU nicht hin. Oder es geht bei dem Gerät einfach nicht. Deshalb suche ich hier Rat bei den Vollprofis wie @DerAkustiker und @Ohrenklempner. Vielleicht hat ja ein Profi Zeit, mir ein paar Tipps mit auf den Weg zu geben oder empfiehlt mir jemanden, der sich gegen Honorar kümmern würde.

Ich danke dir und wünsche ein schönes Wochenende.
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