Hallo,
meine Tochter leidet seit über 1 Jahr unter auditiven Wahrnehmungsstörungen. So glaubte ich zumindest bis letzte Woche. Die Störungen konnten jedoch nie klassisch diagnostiziert werden. Man sagte mir immer, körperlich seien zwar noch leichte Tubenbelüftungsstörungen vorhanden. Sie schaffte auch nie 100% Hörfähigkeit. Aber es sei zu gering und kein operationswürdiger Befund. Andererseits konnte man sich ihre Wahrnehmungsstörungen auch nicht erklären, da sie sehr grenzwertig seien und "unlogisch".
Nun wurde sie letzte Woche doch noch mal operiert, nachdem sie 4 Wochen heftige Paukenergüsse hatte. Es wurden Dauerröhrchen gelegt und es ist gut verlaufen.
Seitdem erkenne ich mein Kind nicht mehr! Sie hört! Wahrnehmungsstörungen wie weg. Sicherlich muss noch etwas Zeit vergehen um es besser beurteilen zu können. Aber sie kann Dinge, die sie definitiv letztes Jahr nicht konnte:
* Gespräche im Straßenverkehr beim gehen durch raschelndes Laub sind möglich!
* sie fragt nach Worten, die sie nicht kennt
* sie bekommt Gespräche anderer Leute mit! Letztes Jahr war sie mit Mühe beschäftigt, ihre eigenen Gespräche aufrechtzuhalten und nun steht sie im Tierpark vor fremden Leuten und meint: die sprechen aber kein deutsch, oder?
* die Lautstärke von Fernseher und CD ist wieder "normal"
* man kann sie von hinten ansprechen, ohne Sichtkontakt vorher
sie kann lokalisieren, nimmt Unterschiede in Richtung und Lautstärke wahr
Ich könnte noch mehr aufzählen...bin so happy....
ich frage mich jedoch ernsthaft: hatte sie überhaupt Wahrnehmungsstörungen oder war sie doch körperlich schwerhöriger als eingeschätzt wurde? Hätte wir uns dieses stressige Jahr sparen können?
Ich verstehe zb. auch nicht folgendes: Ende Juli hatte sie beginnende Mittelohrentzündung, die wir schnell in den Griff bekamen. 3 Wochen später hatte sie Hörtests in der Phoniatrie und alles war in Ordnung - hört gut. 1 Woche später im SPZ war der Ärztin schon nach 5 Minuten klar, dass sie auditive Probleme hat.....verstehen kann ich das ganze nicht...ist bzw. war es nun eher körperliche Ursachen? Ich denke doch schon, oder????
Wer kann mir helfen und weiß Rat?
Vielen lieben Dank!!!!!!!!!!!!!!!!
Claudia
auditive Wahrnehmungsstörung wie weggeblasen nach OP??? Kann das sein????????????
Re: auditive Wahrnehmungsstörung wie weggeblasen nach OP??? Kann das sein????????????
Hallo cosili,
ich würde so sagen:
Wenn sich die Paukenergüsse auf diese Art auswirken, so war zuvor eine periphere Schwerhörigkeit vorhanden, welche eine AVWS-Störung ausschloss. Diese Schwerhörigkeit hätte man diagnostizieren müssen (Schallleitungsschwerhörigkeit mit einem Hörverlust um 30 dB), und es wären Hörgeräte indiziert gewesen bzw. die Paukenergüsse hätten erkannt und behandelt werden müssen; es sei denn, es waren Schwankungn im Hörvermögen vorhanden gewesen.
Ich hätte allerdings erwartet, dass sich die Paukenergüsse nicht derart dramatisch auswirken, wie Du es geschildert hast.
Ich kann bspw. eine periphere (möglicherweise könnten jedoch auch die retrocochleären Hörbahnen betroffen sein) Hörstörung, deren Ausprägung schwankt, nicht ganz ausschliessen.
Wenn die Symptome nur wegen der Belüftungsstörung auftreten, dann sollte jetzt ja durch die Paukenröhrchen die Probleme (vorerst) behoben sein und also auch nicht mehr auftreten, denke ich.
Gruss fast-foot
ich würde so sagen:
Wenn sich die Paukenergüsse auf diese Art auswirken, so war zuvor eine periphere Schwerhörigkeit vorhanden, welche eine AVWS-Störung ausschloss. Diese Schwerhörigkeit hätte man diagnostizieren müssen (Schallleitungsschwerhörigkeit mit einem Hörverlust um 30 dB), und es wären Hörgeräte indiziert gewesen bzw. die Paukenergüsse hätten erkannt und behandelt werden müssen; es sei denn, es waren Schwankungn im Hörvermögen vorhanden gewesen.
Wohl eher letzteres, da eine nachträgliche Entwicklung der retrocochleären Hörbahnen mehr Zeit in Anspruch genommen hätte; Deine Tochter hörte ja nach relativ kurzer Zeit wieder gut.cosili hat geschrieben:ich frage mich jedoch ernsthaft: hatte sie überhaupt Wahrnehmungsstörungen oder war sie doch körperlich schwerhöriger als eingeschätzt wurde?
Ich hätte allerdings erwartet, dass sich die Paukenergüsse nicht derart dramatisch auswirken, wie Du es geschildert hast.
Das deutet auf eine Belüftungsstörung hin. Vielleicht hatten sich die vermutlich vorhandenen Paukenergüsse bei der Behandlung aufgelöst und sich wieder neu gebildet - wegen der Belüftungsstörung.cosili hat geschrieben:Ich verstehe zb. auch nicht folgendes: Ende Juli hatte sie beginnende Mittelohrentzündung, die wir schnell in den Griff bekamen. 3 Wochen später hatte sie Hörtests in der Phoniatrie und alles war in Ordnung - hört gut. 1 Woche später im SPZ war der Ärztin schon nach 5 Minuten klar, dass sie auditive Probleme hat.....verstehen kann ich das ganze nicht...ist bzw. war es nun eher körperliche Ursachen? Ich denke doch schon, oder????
Ich kann bspw. eine periphere (möglicherweise könnten jedoch auch die retrocochleären Hörbahnen betroffen sein) Hörstörung, deren Ausprägung schwankt, nicht ganz ausschliessen.
Wenn die Symptome nur wegen der Belüftungsstörung auftreten, dann sollte jetzt ja durch die Paukenröhrchen die Probleme (vorerst) behoben sein und also auch nicht mehr auftreten, denke ich.
Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
Re: auditive Wahrnehmungsstörung wie weggeblasen nach OP??? Kann das sein????????????
Hallo,
Danke für deine ausführliche Antwort.
Es gab 2 Hörtests, die sie mit ca. 90% Hörfähigkeit abgeschlossen hat wegen Unterdruck in den Ohren (o.g. Belüftungsstörungen).
Du meintest ja, dass sie wahrscheinlich das ganze Jahr ein sehr schwankendes Hörvermögen hatte.
Gibt es denn Unterschiede in der Sensibilität? Ich meine das so: sind 90 % für alle Menschen 90%, oder empfindet das jeder anders? Kann sie aufgrund von den fast 2 Jahren vorher mit andauernd wechselndem Hörvermögen einfach zu sensibel darauf reagiert haben? Dass ihr die fehlenden 10% mehr zu schaffen gemacht haben als vermutet? Gibt es sowas? Ich frage deshalb, weil wir in der PHONIATRIE waren! Wenn nicht dort, wo hätte es jm. auffallen müssen??????????? Wurde es nur falsch bewertet oder haben vielleicht wirklich MIST gemacht????????????
Danke für deine ausführliche Antwort.
Es gab 2 Hörtests, die sie mit ca. 90% Hörfähigkeit abgeschlossen hat wegen Unterdruck in den Ohren (o.g. Belüftungsstörungen).
Du meintest ja, dass sie wahrscheinlich das ganze Jahr ein sehr schwankendes Hörvermögen hatte.
Gibt es denn Unterschiede in der Sensibilität? Ich meine das so: sind 90 % für alle Menschen 90%, oder empfindet das jeder anders? Kann sie aufgrund von den fast 2 Jahren vorher mit andauernd wechselndem Hörvermögen einfach zu sensibel darauf reagiert haben? Dass ihr die fehlenden 10% mehr zu schaffen gemacht haben als vermutet? Gibt es sowas? Ich frage deshalb, weil wir in der PHONIATRIE waren! Wenn nicht dort, wo hätte es jm. auffallen müssen??????????? Wurde es nur falsch bewertet oder haben vielleicht wirklich MIST gemacht????????????
Re: auditive Wahrnehmungsstörung wie weggeblasen nach OP??? Kann das sein????????????
Nein, ich sehe dies als eine Möglichkeit an.cosili hat geschrieben:Du meintest ja, dass sie wahrscheinlich das ganze Jahr ein sehr schwankendes Hörvermögen hatte.
Das ist nur eine Zahl, auf welche ein Hörverlust reduziert wird. Hierbei gehen viel Informationen verloren. Nur schon aus diesem Grunde kann dies sehr viel verschiedene Auswirkungen zur Folge haben. Aber selbst bei dem selben Hörverlust (selbe Ursache, selbe Werte etc.) reagiert jeder individuell (bspw. können generell Erwachsene besser einen Hörverlust ausgleichen etc.).Gibt es denn Unterschiede in der Sensibilität? Ich meine das so: sind 90 % für alle Menschen 90%, oder empfindet das jeder anders?
Hörschwankungen sind nicht so einfach fest zu stellen (ich sehe dies als eine Möglichkeit an).cosili hat geschrieben:Wurde es nur falsch bewertet oder haben vielleicht wirklich MIST gemacht????????????
Wenn ich mich richtig erinnere, wurde ja AVWS wegen peripherer Hörprobleme ausgeschlossen, was laut HNO-Leitlinie korrekt ist. Also hat man doch die periphere Hörstörung (z.B. auf Grund von Paukenergüssen) diagnostiziert, nehme ich an?
Ausserdem wurden die Paukenergüsse behandelt.
Das einzige, was für mich gemäss meiner Erinnerung nicht so ganz klar ist, sind die Ergebnisse der Hörtests bzw. auch deren Interpretation (für mich), aber ich habe vermutlich nicht alle Testresultate gesehen.
Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
Re: auditive Wahrnehmungsstörung wie weggeblasen nach OP??? Kann das sein????????????
Meine Tochter wurde im Alter von 3 3/4 und 4 1/4 Jahren operiert und Paukenröhrchen gelegt wegen der Paukenergüsse. Dann war ein halbes Jahr Ruhe und dann hörte sie wieder schlechter. Der HNO machte einen Hörtest und meinte, sie höre gut (leider habe ich hier nichts schriftl. ). Der KiArzt hatte dann Verdacht auf AVWS. Im SPZ Nr. 1 hieß es dann (ohne Hörtest, ausschließliche begutachtung ihres Verhaltens) sie wolle nicht hören. Dort haben wir uns dann verabschiedet und sind zu Phoniatrie. Dort wurde ca. 6 Monate nach dem Hörtest vom HNO wieder gesagt, sie höre ausreichend, habe zwar Belüftungsstörungen aber die würden sie so nicht einschränken, dafür sei es zu gering. Selbe Aussage 2 Monate später. Ihre auditiven Probleme konnte sich aber keiner erklären, es sollte dann wohl eher ADS sein. Nach nochmal weiteren 3 Monaten hatte sie 100% Hörfähigkeit und das Ende der Diagnostik erreicht mit Verdacht auf ADS (ist totaler Blödsinn, aber das interessierte die Phoniatrie nicht). Inzwischen sind wir in SPZ Nr. 2 gelandet. Seit Anfang Oktober hörte sie nach 3 Wochen Dauerschnupfen sehr schlecht, wieder Paukenergüsse, sofort OP.
Und dann eben diese "Wunderheilung".
Wir haben im letzten Jahr ne Menge mitgemacht und viel Kraft und Energie verloren, viele Sorgen gehabt. Bis jetzt noch, da die Schulfrage geklärt werden muss.
Ich freue mich natürlich riesig, aber der Gedanke, dass uns dieser Jahr hätte erspart werden können macht mich fassungslos! 100 Ärzte, Gutachter, Testpersonen und keinem fällt was auf??????????????? Gibts doch nicht.... daher meine Frage oben......
Und dann eben diese "Wunderheilung".
Wir haben im letzten Jahr ne Menge mitgemacht und viel Kraft und Energie verloren, viele Sorgen gehabt. Bis jetzt noch, da die Schulfrage geklärt werden muss.
Ich freue mich natürlich riesig, aber der Gedanke, dass uns dieser Jahr hätte erspart werden können macht mich fassungslos! 100 Ärzte, Gutachter, Testpersonen und keinem fällt was auf??????????????? Gibts doch nicht.... daher meine Frage oben......
Re: auditive Wahrnehmungsstörung wie weggeblasen nach OP??? Kann das sein????????????
Ohne Unterlagen kann ich das kaum beurteilen. Gewisse Schwankungen könnten eine Rolle spielen.
Ich könnte mir vorstellen, dass die Belüftungsstörungen dauerhaft sind. Da würde ich auf jeden Fall gut beobachten, was geschieht, wenn die Paukenröhrchen heraus gefallen sind (oder bleiben sie dauerhaft drin?).
Möglich wäre natürlich auch, dass eine "leichte Form von AVWS" besteht (auch wenn diese vielleicht laut entsprechender Leitlinie nicht als solche gilt), deren Auswirkungen durch eine periphere Hörstörung sich stark erhöhen.
Als Möglichkeit käme villeicht auch eine nochmalige und sorgfältige Abklärung bezüglich AVWS in Frage, vielleicht, wenn sich die Probleme stark erhöhen, wenn bspw. wieder ein Paukenerguss oder eine Erkältung vorliegen sollte (nachdem diese(r) therapiert worden ist).
Ansonsten würde ich persönlich vielleicht im Moment eher nichts unternehmen, da alles in Ordnung scheint.
Gruss fast-foot
Ich könnte mir vorstellen, dass die Belüftungsstörungen dauerhaft sind. Da würde ich auf jeden Fall gut beobachten, was geschieht, wenn die Paukenröhrchen heraus gefallen sind (oder bleiben sie dauerhaft drin?).
Möglich wäre natürlich auch, dass eine "leichte Form von AVWS" besteht (auch wenn diese vielleicht laut entsprechender Leitlinie nicht als solche gilt), deren Auswirkungen durch eine periphere Hörstörung sich stark erhöhen.
Als Möglichkeit käme villeicht auch eine nochmalige und sorgfältige Abklärung bezüglich AVWS in Frage, vielleicht, wenn sich die Probleme stark erhöhen, wenn bspw. wieder ein Paukenerguss oder eine Erkältung vorliegen sollte (nachdem diese(r) therapiert worden ist).
Ansonsten würde ich persönlich vielleicht im Moment eher nichts unternehmen, da alles in Ordnung scheint.
Gruss fast-foot
Ausgewiesener Spezialist* / Name: Wechselhaft** / Wohnsitz: Dauer-Haft (Strafanstalt Tegel) / *) zwecks Vermeidung weiterer Kollateralschäden des Landes verwiesen / **) Name fest seit Festnahme
