Rockende Rentnerin mit Hörschaden

Hier kann man sich vorstellen oder eigene Erlebnisse berichten
beate_r
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Re: Rockende Rentnerin mit Hörschaden

#26

Beitrag von beate_r »

Am Freitag soll es wieder zum Aktustiker gehen. Mittlerweile konkretisiert sich auch die Erfahrung mit dem Gerät. Übrigens Widex Moment 440 Smart Ric.

Mit dem Handling komme ich recht gut zurecht. Dank seiner geringen Größe passt das Gerät auch zusammen mit der Brille über die Ohren, sogar bei dem problematische, weil eng anliegenden linken Ohr, bei dem schon der Brillenbügel alleine gerne mal schmerzhaft drückt.

Anders, und durchaus durchwachsen sieht es mit dem Hören aus: mit dem Standardprogramm komme ich gar nicht zurecht, auch mit der Variante mit leicht verminderter Bassabsenkung, die der HGA bei der Anpassung angelegt hatte. Viel zu mittenbetont "qäksig". Die ganzen Automatiken funktionieren für mich nicht. Musik klingt bescheiden, vor allem aber ist die Sprachverständlichkeit nicht so gut wie sie sein sollte. Allein im Auto geht es ganz gut.

Der HGA hatte bereits bei der Anpassung ziemlich nachdrücklich dazu geraten, auch die Sprachverständlichkeit im Musikmodus zu testen. Und das war ein hervorragender Vorschlag: im Musikmodus verstehe ich Sprache deutlich besser als im Normalprogramm. Und ich kann dazu den Pegel deutlich absenken, also meien Ohren schonen. Und das ist in meinen Augen wünschenswert, weil meine Ohren nachts beim Absetzen schon Anzeichen von Streß signalisieren, ähnlich wie nach Musizieren nahe am Limit. Den besten Kompromiss erziele ich vermutlich, wenn ich den Pegel so einstelle, dass meine Stimme mit den Geräten idealerweise so klingt wie gewohnt.

Geräde sitze ich übrigens mit InEar-Kopfhörern auf den Ohren ... ebenfalls zum Testen. Wir waren gstern bei InEar in Dieburg und haben ausührlich Hörer getestet, und das Zweiwegesystem kommt vom Frequenzgang meinem Hörverlust entgegen. Will heißen, auch da ist die Sprachverständlichkeit besser als mit dem Hörgerät im Normalprogramm. Da habe ich auch gelernt, dass ich noch genug höre, um audiophilen Hörern zu genießen zu können. Sie müssen halt neutral ausgelegt sein).

Hier übrigens mal meine Hörkurven
2025-12-15_Hoerkurven.png
Zurück zum HG:

für meine Alltagsversorgung benötige ich wohl eine breitbandige Auslegung, die zwar meinen Hörverlust ausgleicht, aber in den Höhen UND in den Tiefen möglichst wenig wegnimmt. Letzteres vielleicht in Verbindung mit dem Tiefmittentrick einer leichten relativ schmalen und geringen Absenkung um die 270Hz, der das Ohr zur Wahrnehmung von kräftigerem Bass verleitet). Weil ich dann auch leiser hören kann, könnte da vielleicht auch bei diesem Gerät akkuschonend ein besserer Klang erreicht werden. Und wichtiger noch: wohl durchaus auch ohrenschonend. Es geht ja auch darum, dass mein Gehör in Zukunft möglichst langsam abimmt. Und darüber sollte ich mir leider wohl ebenfalls Gedanken machen.

Fürs Musizieren oder auch für laute Musik kann man die Geräte vermutlich nicht genügend leise stellen. Die Eingriffsmöglichkeiten der App reichen dazu leider nicht aus.
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Ohrenklempner
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Re: Rockende Rentnerin mit Hörschaden

#27

Beitrag von Ohrenklempner »

Mein Gedanke beim Lesen der ersten Absätze war, die Hörgeräte mit DSLv5 als Anpassformel anzupassen und nicht mit der Widex-eigenen Anpassformel. Frag mal deinen Akustiker. Manche rümpfen die Nase bei DSL, aber diese Formel bietet dir einen Vollausgleich über das gesamte Frequenzspektrum und ein optimales Sprachverstehen.
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beate_r
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Re: Rockende Rentnerin mit Hörschaden

#28

Beitrag von beate_r »

Wo kann man was darüber lernen? Die Suchmaschinen geben ja außer Werbung Deiner Konkurrenten leider nichts her.
Ohrenklempner
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Re: Rockende Rentnerin mit Hörschaden

#29

Beitrag von Ohrenklempner »

Wenn ich bei Google DSLv5 eingebe, kommen ziemlich viele Ergebnisse. Sogar ein Youtube-Video, aber das hab ich mir nicht angesehen.
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Maju
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Re: Rockende Rentnerin mit Hörschaden

#30

Beitrag von Maju »

Ich habe das mal kurz überflogen. Benötigt der Akustiker da eine besondere Technik, beziehungsweise kann das jeder Akustiker anwenden? Ich werde mir das morgen noch mal genauer anschauen. Interessant.
emilsborg
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Re: Rockende Rentnerin mit Hörschaden

#31

Beitrag von emilsborg »

Die verschiedenen Anpassformeln sind insoweit verfügbar als dass sie vom Hersteller angeboten werden oder aber Standard sind soweit ich das verstanden habe. DSLv5 ist zum Beispiel eine solche Standardanpassformel während dievon Widex zum Beispiel natürlich die spezifischen Eigenschaften von den Hörgeräten von Widex berücksichtigen.
Mehr Details kann dir jeder Akustiker oder Dr Google (ok, der nicht aus eigener Erfahrung) sagen.
Nachtrag: da ich schon als Kind Hörgeräte hatte wurde damals auch die DSL Formel verwendet um eine möglichst naturgetreue Hörentwicklung zu ermöglichen. NAL und andere Anpassformeln sind zum Beispiel mehr auf Hörkomfort sowie reine Sprachverständlichkeit optimiert. Und am Ende ist sowieso deine individuelle Wahrnehmung entscheidend wie die Ergebnisse aus der Anpassformel weiter optimiert werden.
Man weiß selten, was Glück ist, aber man weiß meistens, was Glück war. (Françoise Sagan)
Ohrenklempner
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Re: Rockende Rentnerin mit Hörschaden

#32

Beitrag von Ohrenklempner »

Japp, jeder Hörgerätehersteller bietet mindestens auch DSLv5 als alternative Anpassformel an. Das ist insbesondere bei Kindern die bevorzugte Formel. Bei Widex muss man allerdings aufpassen, die sind ja nicht so rückkopplungsstabil und durch die höhere Verstärkung im Hochtonbereich fängt ein Widex leichter mal an zu quietschen.
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beate_r
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Re: Rockende Rentnerin mit Hörschaden

#33

Beitrag von beate_r »

Letzteres ist mir auch schon aufgefallen. Gerade gestern war es besonders lästig ... Rückkopplung bereits am Schreibtisch unterm Hochbett.

Naja, ich bin ja noch am Beginn der Erprobungsphase. Jetzt sollte ich wohl vor allem herausfinden, in welchen Situationen mir die vergleichsweise geringe Latenz des Geräts überhaupt etwas bringt. Wohl vor allem, wenn ich selbst mit aktiven Hörgeräten musiziere.

Und vielleicht ist es sogar gut, dass ich mit diesem auffällig mittenbetont ausgelegten Gerät angefangen habe und so schneller meinen Bedarf erkenne.
beate_r
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Re: Rockende Rentnerin mit Hörschaden

#34

Beitrag von beate_r »

Heute beim HGA-Termin stand ein Wechsel an. Ich trage jetzt ein Oticon Intent in der kleinsten mechanischen Form und auch in der kleinsten Technikstufe, letzteres ganz bewusst. Alle 4 Programmslots sind belegt: mit Anpassung nach VAT, Anpassung nach DSL v5a, Musik und einem stärker komprimierenden Programm. Pegel und Lautstärkereglung so weit modifiziert, dass ich die Lautstärke in der App möglchst gut herunterregeln kann. Es gibt also viel zum Testen.

Was mir aber jetzt schon auffällt:
  • die Ladestation von Widex mit dem Pufferakku hat schon was...
  • die Möglichkeit der Bedienung über einen Taster bei Otikon finde ich gut.
  • die App hatte enorme Probleme bei der Kopplung über Bluetooth. Es brauchte etliche Anläufe, bis das passte.
  • die Bauform passt nicht. Auch das kleinste Gerät ist zu dick für den Platz hinter meinen Ohren.
    Sogar ohne Brille drückt es. Bei der kompakten Bauform des Widex war das anders.
  • die "Nebengeräusch"- Unterdrückung ist wesentlich schwächer als beim Widex Moment.
    Zumindest zum Teil dürfte das der Technikstufe zuzuschreiben zu sein.

Das macht den Aufenthalt in lauten Umgebungen durchaus schwierig: mit den Widexen konnte ich ungeschützt Velomobil fahren, zumindest über kurze Strecken. Diese Kisten sind innen sehr laut, und sie haben bestimmt ein gut Teil zu meinem Hörverlust beigetragen (trotz offenbar zu schwachem Gehörschutz). Die Kreissäge in der Tiefgarage war ebenfalls kaum auszuhalten. Ok, das sollte normal sein ... aber wenn man schon so teure Technik auf den Ohren hat...

Ergänzung: Musik mit Kopfhörern über den Geräten geht überhaupt nicht. Ganz und gar nicht.
Das ist so grottig, dass man es nicht aushalten kann. Leider muss ich mir das doch eine Weile antun, um es sinnvoll in Worte fassen zu können. Und ich muss noch herausfinden, ob das an der "einfachen" Technikstufe liegt oder herstellerspezifisch ist.
deaf_tom
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Re: Rockende Rentnerin mit Hörschaden

#35

Beitrag von deaf_tom »

Mit Oticon hatte ich genau die gleichen Schwierigkeiten, was Störgeräusche angeht.
Oticon hat die Philosophie, möglichst alle Geräusche ans Ohr zu lassen, damit wie bei einem gesunden Gehör ausschließlich das Gehirn das filtert, was Nutzgeräusch und was Störgeräusch ist.

Mir war das auch zu viel. In vielen Situationen habe ich dann die HGs ausgeschaltet, weil es einfach unerträglich war.
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beate_r
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Re: Rockende Rentnerin mit Hörschaden

#36

Beitrag von beate_r »

eine derartige Philosophie ist ja auch grundsätzlich nachvollziehbar und für mich grundsätzlich in Ordnung.
Aber irgendwann geht es auch um Gehörschutz in speziellen lauten Umgebungen, die über längere Zeit hinweg gehörschädigend sind. Bei leiseren Geräuschen ist mir das egal. Da filtere ich gerne selbst.

Was mich sehr viel stärker belastet ist, dass Musikhören mit diesen Geräten einfach nur unerträglich ist. Klingt wie Bahnhofslautsprecher mit erweitertem Frequenzbereich. Die zumindest in der kleinsten Technikstufe nicht abschaltbaren Reglungseingriffe zerhacken wirklich alles. Das war bei den (viel teureren) Widex Moment komplett anders.

Weil ich DSLv5a zumindest spontan als recht angenehm empfinde, frage ich mich, wie groß die klanglichen Unterschiede zwischen HGs unterschiedlicher Hersteller in dieser Abstimmung tatsächlich sind.
Maju
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Re: Rockende Rentnerin mit Hörschaden

#37

Beitrag von Maju »

Ich teste nun bereits ewig und hatte schon aufgegeben, jemals neue HG zu finden. Ich bin sehr stark schwerhörig und das linke Ohr müsste eigentlich laut HNO operiert werden.

Unter anderem hatte ich bisher auch Oticon Intent 4 und Intent 1. Nun habe ich endlich neue Otoplastiken, die aber noch nicht die endgültigen sind und 100er Hörer.

Jetzt teste ich gerade Oticon Intent 3 und was soll ich sagen: Sie waren sofort wie für mich gemacht. Endlich sehe ich Licht am Ende des Tunnels. Es hört sich für mich alles so normal und selbstverständlich an.

Mit welcher Einstellung jetzt gearbeitet wurde, weiß ich nicht. Hatte das auch erst vor 2 Tagen registriert und werde danach auch noch fragen. Ich werde noch das Intent 2 testen. Aber wenn das zu stark fokussiert, wäre das nicht mein Ding. Das hatte mich beim Intent 1 etwas irritiert. Aber klein finde ich die schon. Aber jeder ist anders „gebaut“.
beate_r
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Re: Rockende Rentnerin mit Hörschaden

#38

Beitrag von beate_r »

Eben. Und leider liegen meine Ohrmuscheln ausgsprochen eng an, besonders die linke. Deshalb kommen für mich angesichts meiner aktuell ja noch nicht allzu starken Schwerhörigkeit nur Geräte in Frage, bei denen es mechanisch keine Probleme gibt. Sowas ist ja glücklicherweise am Markt verfügbar. Die Schmerzen, die mir die Brillenbügel gerne mal bescheren, muss ich ja nicht ohne Not vergrößern, wenn das vermeidbar ist.
beate_r
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Re: Rockende Rentnerin mit Hörschaden

#39

Beitrag von beate_r »

Diese Frage würde ich gerne nochmal separat in den Raum stellen:

Weil ich DSLv5a zumindest spontan als recht angenehm empfinde, frage ich mich, wie groß die klanglichen Unterschiede zwischen HGs unterschiedlicher Hersteller in dieser Abstimmung tatsächlich sind.

Es geht mir um eine gesunde Basis, um die Anpassung weiter zu verbessern.
Ohrenklempner
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Re: Rockende Rentnerin mit Hörschaden

#40

Beitrag von Ohrenklempner »

Die Unterschiede im Klang dürften eher minimal sein. Das sind nur Nuancen.
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beate_r
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Re: Rockende Rentnerin mit Hörschaden

#41

Beitrag von beate_r »

Danke. Das bestätigt meinen Verdacht.
emilsborg
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Re: Rockende Rentnerin mit Hörschaden

#42

Beitrag von emilsborg »

Die Verarbeitung außerhalb vom Musikprogramm dürften beeinflusst werden von der jeweiligen Herstellerphilosophie, aber die Lautstärke sollte in etwa gleich rauskommen.
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deaf_tom
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Re: Rockende Rentnerin mit Hörschaden

#43

Beitrag von deaf_tom »

Das schon, aber der Unterschied des Pegels zwischen Sprachsignalen und Störgeräuschen ist sehr unterschiedlich.

Bei meinen Signia habe ich eine Konfiguration, mit der ich hauptsächlich Sprache höre, aber relativ wenig an Störgeräuschen. Bei Oticon haben die Störgeräusche dagegen teilweise so eine Lautstärke gehabt, dass es mir schon in den Ohren weh tat.
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Re: Rockende Rentnerin mit Hörschaden

#44

Beitrag von Peddi »

Man merkt, dass ich nicht oft online bin.

Ich trage seit 10 Jahren HGs. Bin mit phonak sehr zufrieden. Meine akkustikerin meinte beim einstellen, typisch Musiker. Weil ich gut beschreiben konnte, was mir wichtig ist.

Musik hören bei mir nur mit bose Kopfhörer. Das kriegen sie bei Hörgeräten einfach nicht hin. Ich denke, hier wird sich in einigen Jahren bestimmt noch was tun.

Aus welchem Teil der Republik bist du? Ich wohne im Norden.

LG
Optimismus heißt umgekehrt Sumsi mit Po
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Re: Rockende Rentnerin mit Hörschaden

#45

Beitrag von beate_r »

Wie ich ja gerade im Faden über meine Erfahrungen mit Resound berichtete, trage ich inzwischen wieder Widex Moment Smart Rics. Die gehören zu den wenigen Geräten, die hinter meine Ohren passen ohne zu drücken. Und es geht leider um die teuerste Ausbaustufe, weil nur dort an für mich wichtigen Frequenzbändern Einstellungen möglich sind :-(

Zielsysteme sind übrigens Widex Allure In-Ear, weil es die Moment als In-Ear-Geräte nicht mit Akku gibt. Und Tasten, damit ich nicht wie bei den Smart-Rics für alles und jedes das Telefon anwerfen muss.

Aktuell geht es immer noch um den Klang im Musikprogramm. Sprachverständlichkeit ergibt sich durch Verbesserungen an dieser Stelle fast automatisch (wenn man diese ins Universalprogramm überträgt), weil mein Hörvermögen ja breitbandig reduziert ist. Rechts kann ich über Kopfhörer immer noch mehr als 10 kHz wahrnehmen, etwas mehr als *jedes* HG übertragen kann.

Als Problem beim Einstellen finde ich, dass es besonders im Grund- und normalen Obertonbereich ausgeprägte Resonanzen gibt, die sich mit dem Equalizer nur bedingt einfangen lassen (die Geräte haben Terzfilter, nicht wahr?)
Und was helfen mir Terzfilter, wenn audiologische Messungen nur in Oktaven und ein paar ungefähr halb-oktavischen Zwischenfrequenzen erfolgen?

Will heißen: ich versuche, dies Messungen in Eigenregie zu ergänzen. Mehrere Kopfhörer auf die Ohren oder die (hochwertigen und sorgfältig aufgestellten) Lautsprecherboxen als Quellen benutzen und dann schauen, was man in den gemessenen Punktwolken an Strukturen erkennt, die man ausgleichen kann.

Erste Tests mit Sinustönen in Halbtonschritten waren ganz interessant. Aber sie zeigten vor allem, dass die Tests irgendwie geglättet werden sollten. Vorgestern habe ich ein Tool ausfindig gemacht, mit dem ich tatsächlich Terzbandrauschen erzeugen kann, wie es gerne in Tests zur Raumakustik verwendet wird. Auf den ersten Blick sogar mit den Filterfreqenzen der Hörkrücken (warum haben die nicht wenigstens semiparametrische Equalizer wie mein kleines altes 4-kanal-Mischpult)

Kommende Woche werde ich hoffentlich die Zeit für einige Meßreihen finden. Die sind ja ziemlich umfangreich, und ich muss mehrere komplett unterschiedliche Settings messen, damit ich eine Chance habe, die Einflüsse von Raumakustik bzw den KH-Systemen wenigstens ansatzweise von denen der Hörkrücken trennen zu können.

Eine letzte Frage noch: gibt es eigentlich sinnvolle Heuristiken für das Übertragen von Meßwerten der Hörschwelle auf die ja wohl unterschiedlichen Hörkurven bei moderaten Lautstärken?
Lohrling
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Re: Rockende Rentnerin mit Hörschaden

#46

Beitrag von Lohrling »

Ich hatte in der Testphase meiner Smart Ric vom Aku eine Fernbedienung bekommen. Für Programmumschaltung und laut und leise.

Aber ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich von dem was du so schreibst kaum was verstehe.... stelle mir nur so vor, dass du mit den Einstellungen ja irgendwann fertig sein wirst und dann reicht ja vielleicht eine Fernbedienung - vielleicht. Mir war das jedenfalls wesentlich angenehmer als das Handygefummel....
Ich hätte gern Widex genommen, aber Im Ohr Geräte gab es nur mit Batterie - schön, dass es jetzt Akkugeräte gibt

viel Erfolg
Akustiker:
125|250|500|750| 1k|1.5k| 2k | 3k | 4k| 6k | 8k|
--5| ---5|--5|--10|-20| -35|- 45|-60|-60|-60|-85| Li
-10| -10|-10|--10|-15| -25|--30|-50|-50|-40|-45| Re

Audio Service IF CIC Li 8.4 TU - Im Ohr HG
deaf_tom
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Re: Rockende Rentnerin mit Hörschaden

#47

Beitrag von deaf_tom »

Das Problem mit den üblichen Fernbedienungen ist, dass die in den meisten Fällen auch nicht mehr können als die Knöpfe direkt an den HGs.

Ich habe z.B. häufiger das Bedürfnis, meine Mikros komplett zu muten. Das geht nur in der App, aber nicht mit der Fernbedienung.
Wenn ich mit Freunden zusammen bin, möchte ich die Mikrofonausrichtung ändern von "automatisch" auf "360°", weil sonst Geräusche von hinten weggefiltert werden. Auch das geht nur in der App, aber nicht mit der Fernbedienung.
In einigen Situationen möchte ich die Sprachverstärkung aktivieren. Auch hier geht ohne die App gar nichts.

Daher sehe ich absolut keinen Vorteil darin, eine Fernbedienung zu kaufen. Lauter / leiser und Programmwechsel kann ich auch direkt am HG einstellen.
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Re: Rockende Rentnerin mit Hörschaden

#48

Beitrag von emilsborg »

deaf_tom hat geschrieben: 15. Mär 2026, 14:29 Das Problem mit den üblichen Fernbedienungen ist, dass die in den meisten Fällen auch nicht mehr können als die Knöpfe direkt an den HGs.

Ich habe z.B. häufiger das Bedürfnis, meine Mikros komplett zu muten. Das geht nur in der App, aber nicht mit der Fernbedienung.
Wenn ich mit Freunden zusammen bin, möchte ich die Mikrofonausrichtung ändern von "automatisch" auf "360°", weil sonst Geräusche von hinten weggefiltert werden. Auch das geht nur in der App, aber nicht mit der Fernbedienung.
In einigen Situationen möchte ich die Sprachverstärkung aktivieren. Auch hier geht ohne die App gar nichts.

Daher sehe ich absolut keinen Vorteil darin, eine Fernbedienung zu kaufen. Lauter / leiser und Programmwechsel kann ich auch direkt am HG einstellen.
Genau das ist der entscheidende Punkt, wenn die Fernbedienung nur eine griffigere Version der Einstellung via Wippschalter am Hörgerät ist, dann bietet diese bestenfalls einen Mehrwert für Personen deren Feinmotorik noch ausreichend ist für die Fernbedienung, aber nicht zuverlässig genug für die Hörgeräte selbst.
Mein Streamer kann sowohl Fernbedienung wie auch Bluetoothverbindungen zu Standardbluetoothgeräten herstellen und früher war daran noch ein Klinkensteckerkabel.
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beate_r
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Re: Rockende Rentnerin mit Hörschaden

#49

Beitrag von beate_r »

Ok, um das so nach und nach aufzudröseln:
An anderer Stelle schrieb ich:
...sind auf die Hörschwelle eingestellt. Nicht auf die gewünschte Abhörlautstärke. Da sind die Hörkurven andere, bei jedem Menschen. Tendentiell glattere, sodass das Übertragen der Kurven der Hörschwelle tendentiell zu einer Überkompensation führt. Man wird das also irgendwie ausgleichen müssen.
Und nach dem "irgendwie" fragte ich, als ich oben nach einer Heuristik fragte.
Das Thema betrifft mich übrigens nicht nur bei den Hörgeräten, sondern auch in bezug aufs InEar-Monitoring. Da muss ich ja ebenfalls einen Ausgleich für meinen Hörschaden einbauen.



Gestern war übrigens das erste Mal in einem Konzert. Jazz, Altsax, Tuba, Schlagzeug. Verstärkt, war schon so laut, dass es für die Ohren knapp wurde (ich würde den Musikern am liebsten zu Gehörschutz raten, weil mir ein ähnlicher Pegel das Gehör geschädigt hatte). Die HG hatte ich auf die leiseste Stufe eingestellt. Da haben sie im Mittel- und Hochtonbereich ungefähr das aufgefüllt, was ich vergleichsweise schlechter höre ... der Schall von außen hat insgesamt überwogen. Von Latenzen habe ich wenig bemerkt.
Insgesamt hat das also ganz gut funktioniert ... nur für noch lautere Musik gibts keine Reserven mehr.
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