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Gebärden/Lautsprache? Förderung in der Kita?

Verfasst: 6. Feb 2018, 12:46
von Lillichu
Jack ist jetzt 4,5 Jahre jung und bekommt die Lautspreche nicht so gut hin ABER er macht einzelne Gebärden.

Ist es angebracht in beides Anzubieten?
Wenn ja, kann jemand Lehrmaterial empfehlen?
Wenns geht für Dummis? :lol:

Er hat eine FM Anlage verschrieben bekommen.
Ist es möglich durch irgendeine Integration/Inklusionsnummer das die Logopädin in die Kita kommt?
Ich habe seit gestern wieder Arbeit. Um 17 Uhr braucht man von ihm auch nicht mehr erwarten das er da mitmacht..

Jemand Ideen was Wir noch machen können? :/
Für Hilfe sind wir jederzeit sehr dankbar.

Re: Gebärden/Lautsprache? Förderung in der Kita?

Verfasst: 6. Feb 2018, 12:55
von uninteressant
Wie ist seine Kurve?

Ich persönlich würde keine Gebärden benutzen.

1. Es ist bequemer, wenn man es einmal kann. Man neigt aber auch dazu die Lautsprache zu vernachlässigen und sich von Normalhörenden abzugrenzen. Die Gehörlosenwelt ist ein Mikrokosmos für sich.

2. Die Welt ist Lautsprachlich. Was soll er machen wenn er mal später aus der Schule raus ist? Die Welt nimmt leider sehr wenig Rücksicht auf Schwerhörige.

3. Logopädie? Unbedingt. Wäre empfehlenswert.

4. Wie ist seine Kurve?

Re: Gebärden/Lautsprache? Förderung in der Kita?

Verfasst: 6. Feb 2018, 14:26
von rabenschwinge
Hmmm, ich würde zweigleisig fahren: Sprich die Lautsprache mit Gebärden unterstützen.

Logopädie von mir ein ganz klares Ja, allerdings hab ich keine Ahnung wie das im I-KiGa funktioniert. Es ist möglich, dass die die Logopädie außerhalb der KiGa Zeit stattfinden soll. Da muss man sich halt zusammensetzen und reden meiner Meinung nach.

Re: Gebärden/Lautsprache? Förderung in der Kita?

Verfasst: 6. Feb 2018, 14:38
von uninteressant
Was ich erlebt habe ist zweigleisig nicht von Vorteil, weil die meisten den bequemeren Weg suchen. Das mag zwar in der Jugend noch super funktionieren, solange Gehörlosen Schule und so existieren, aber im Erwachsenenleben ist das eine Sackgasse.

Re: Gebärden/Lautsprache? Förderung in der Kita?

Verfasst: 6. Feb 2018, 16:06
von Gabriele
Ich bin da ganz bei uninteressant
Meine Kinder hatten daheim absolutes Gebärde-Verbot, denn der Fokus lag in der Lautsprache.
Es ist wichtig den Kindern viel Sprache anzubieten, mit ihnen zu üben und sie bei Fehlern zu korrigieren.
Vorraussetzung ist natürlich, wie die Hörkurve aussieht...
unsere Kinder hatten im Kleinkindalter * nur * eine schwerhörigkeit, darunter kann man sehr gut die fehlerfreie Lautsprache erlernen, ein Kind das auch mit Hörgeräten an taubheit grenzend ist, tut sich mit der DGS oder begleitende DGS sehr viel leichter.
Unsere Kinder beherrschen heute Sprachen flüssig, die Lautsprache und die DGS.
Letzteres erlernten sie auf dem Schulhof ihrer Schule.

Gruß
Gabi

Re: Gebärden/Lautsprache? Förderung in der Kita?

Verfasst: 6. Feb 2018, 16:33
von Doris Z.
Hallo und willkommen. Ich persönlich finde beide Sprachen wichtig. Ich sehe das genau andersrum. Mein Sohn ist in der Krippe von einem Lautstärkepegel umgeben der enorm ist, was das an Konzentration erfordert, kann ich mir als normal hörender Mensch garnicht vorstellen. Deshalb bin ich froh, wenn er zu Hause auch mit mir gebärden und seine Ohren und seinen Kopf auch mal „entspannen“ kann. Außerdem profitiert seine Lautsprachd enorm von der DGS.

Re: Gebärden/Lautsprache? Förderung in der Kita?

Verfasst: 6. Feb 2018, 16:37
von uninteressant
Doris Z. hat geschrieben:Außerdem profitiert seine Lautsprachd enorm von der DGS.
Ich finde das Deutsch von den meisten Gehörlosen (die ich kannte) - grausam....

Re: Gebärden/Lautsprache? Förderung in der Kita?

Verfasst: 6. Feb 2018, 16:43
von Doris Z.
Mein Sohn ist nicht gehörlos und selbst wenn, na und? Es gibt schlimmeres

Re: Gebärden/Lautsprache? Förderung in der Kita?

Verfasst: 6. Feb 2018, 16:45
von Doris Z.
Ach und bzgl Lernmaterial, schau mal
bei Karin Kestner, da gibt es Tommys Gebärdenwelt. Kann man sich auch beim
HNO verordnen lassen

Re: Gebärden/Lautsprache? Förderung in der Kita?

Verfasst: 6. Feb 2018, 17:00
von uninteressant
Doris Z. hat geschrieben:Mein Sohn ist nicht gehörlos und selbst wenn, na und? Es gibt schlimmeres
Das war kein Angriff auf deinen Sohn - das war meine Erfahrung auf deine Aussage. Ich halte sie für falsch, dass die Lautsprache von der DGS profitiert.

Re: Gebärden/Lautsprache? Förderung in der Kita?

Verfasst: 6. Feb 2018, 17:41
von fast-foot
Stimmt aber. Abgesehen davon halte ich es für wichtig, dass optimale Voraussetzungen gegeben sind, dass das Kind möglichst uneingeschränkt kommunizieren kann, um eine optimale Entwicklung zu gewährleisten. Hierfür kann allenfalls das Erlernen der DGS erforderlich sein.

Gruss fast-foot

Re: Gebärden/Lautsprache? Förderung in der Kita?

Verfasst: 6. Feb 2018, 18:21
von Gabriele
Mein Sohn ist nicht gehörlos und selbst wenn, na und? Es gibt schlimmeres
warum so empfindlich?
hier geht es ja nicht darum, ob eine Gehörlosigkeit schlimm ist, sondern um die Notwendigkeit der DGS.
Verstehe jetzt die Antwort nicht

Re: Gebärden/Lautsprache? Förderung in der Kita?

Verfasst: 6. Feb 2018, 18:31
von uninteressant
fast-foot hat geschrieben:Stimmt aber. Abgesehen davon halte ich es für wichtig, dass optimale Voraussetzungen gegeben sind, dass das Kind möglichst uneingeschränkt kommunizieren kann, um eine optimale Entwicklung zu gewährleisten. Hierfür kann allenfalls das Erlernen der DGS erforderlich sein.

Gruss fast-foot
Wegen ihrer Grammatikalischen Eigenheiten halte ich die DGS für eine zweite, eigenständige Sprache neben der deutschen Sprache. Und viele Bilinguals können zwar zwei Sprachen, aber keine richtig. Und wenn da einer nicht richtig hören kann, dürfte das nicht förderlich für die Lautsprache sein.

Daher - lass die DGS weg bis die Lautsprache sattelfest ist (solange das Kind nicht taub ist).

Re: Gebärden/Lautsprache? Förderung in der Kita?

Verfasst: 6. Feb 2018, 18:32
von rabenschwinge
uninteressant hat geschrieben:
Doris Z. hat geschrieben:Außerdem profitiert seine Lautsprachd enorm von der DGS.
Ich finde das Deutsch von den meisten Gehörlosen (die ich kannte) - grausam....
DGS und die verbale deutsche Sprache unterscheiden sich in der Grammatik und vom Satzbau her sehr. DGS ist halt eine eigenständige Sprache.

Wobei, bilingual funktioniert in der Regel nicht schlecht, wenn man beides konsequent spricht bzw. in beidem konsequent kommuniziert. Ich sehe da ehrlich gesagt keinen Unterschied zu anderen Kinder, die bilingual aufwachsen und wo das gut funktioniert.

Re: Gebärden/Lautsprache? Förderung in der Kita?

Verfasst: 6. Feb 2018, 18:43
von uninteressant
Unterschiede?

Verbal vs nonverbal um mal den gravierensten zu nennen

Re: Gebärden/Lautsprache? Förderung in der Kita?

Verfasst: 6. Feb 2018, 18:53
von rabenschwinge
Hmm, sehe ich nicht so. Wenn eben beides konsequent durchgezogen wird und eben nicht die von Dir erwähnte Bequemlichkeitsschiene gefahren wird.

Re: Gebärden/Lautsprache? Förderung in der Kita?

Verfasst: 7. Feb 2018, 06:04
von Lillichu
Ein Foto von der Kurve kann ich leider gerade nicht hoch laden.
Ich denke mal das hier hilft auch weiter:

Mittelgradige Schwerhörigkeit beidseits H90.3(G)
Sprachentwicklungsverzögerung F80.9

Spielaudiogramm (Durchschnitt von 3 die innerhalb von 3 Wochen gemacht wurden)
Leicht verzögerte Angaben bds. Bei 50-70 dB im Bereich 0,5 -1 kHz und bei 80-90 dB im Bereich >2khz
Aufblähkurve rechts bei 40-60 dB links bei 55-75 dB

Re: Gebärden/Lautsprache? Förderung in der Kita?

Verfasst: 7. Feb 2018, 06:59
von uninteressant
Die Kurve ist kein Grund für GBS. Lautsprsche!

Re: Gebärden/Lautsprache? Förderung in der Kita?

Verfasst: 7. Feb 2018, 08:22
von fast-foot
Hallo Lillichu,

nur schon die Werte der Reintonaudiometrie können die Sprachentwicklungsverzögerung erklären. Wie stark ausgeprägt ist denn diese.

Ausserdem:
Die Welt ist Lautsprachlich. Was soll er machen wenn er mal später aus der Schule raus ist? Die Welt nimmt leider sehr wenig Rücksicht auf Schwerhörige.
Was soll es ihm bringen, wenn er die ganze Zeit nichts mitbekommen hat, weil man einseitig auf die Lautsprache gesetzt hat, mit welcher es ja offensichtlich Probleme gibt?
In der Schule geht es nicht nur um das Erlernen von Sprache, sondern auch von (anderen) Inhalten, Fähig- und Fertigkeiten etc.
ABBC3_OFFTOPIC
uninteressant hat geschrieben:Warum so empfindlich?
Warum so uninteressant :lol:
Gruss fast-foot

Re: Gebärden/Lautsprache? Förderung in der Kita?

Verfasst: 7. Feb 2018, 08:27
von uninteressant
fast-foot hat geschrieben:Was soll es ihm bringen, wenn er die ganze Zeit nichts mitbekommen hat, weil man einseitig auf die Lautsprache gesetzt hat, mit welcher es ja offensichtlich Probleme gibt?
In der Schule geht es nicht nur um das Erlernen von Sprache, sondern auch von (anderen) Inhalten, Fähig- und Fertigkeiten etc.
Zu den Fähigkeiten und Fertigkeiten gehört leider auch das Vorbereiten auf das Berufsleben. Und dort überwiegt nun mal die Lautsprache. In einem Mikrokosmos auszuwachsen mag zwar dem Schulabschluss förderlich sein, aber nicht der Vorbereitung auf das Arbeitsleben.

Weiterhin merke ich an - mit Gebärdensprache ist der Weg an eine normale Schule so gut wie blockiert (Lautsprache ist muss). Korrigiert mich wenn ich hier falsch liege.

Re: Gebärden/Lautsprache? Förderung in der Kita?

Verfasst: 7. Feb 2018, 12:08
von Karin
Ich habe mich hier schon lange nicht mehr gemeldet, weil ich sehr krank bin, doch nun muss ich doch mal etwas schreiben!

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die Gebärdensprache die Laut- und Schriftsprache fördert! Die Meinung von uninteressant - ist uninteressant! :-)

Studien dazu hier am Ende des Artikels: http://www.kestner.de/n/verschiedenes/p ... prache.htm
Weitere Studie durchgeführt von der LMU bzw. durch Dr. Andreas Vonier! Hab gerade keinen Link.

Die Hörkurve sagt aus, dass nicht alle Buchstaben gehört werden, das bedeutet, dass auch Lautsprache nicht richtig erlernt werden kann.

Ich lese hier seit einiger Zeit wieder mit und bin erschrocken, wer sich hier als Berater aufstellt. Im Ünbrigen ist die Schriftsprache gehörloser Menschen deswegen so schlecht, weil man ihnen die Grammatik nicht in DGS erklären konnte!

Karin Kestner

Re: Gebärden/Lautsprache? Förderung in der Kita?

Verfasst: 7. Feb 2018, 12:09
von Karin
Korrektur zu: Weiterhin merke ich an - mit Gebärdensprache ist der Weg an eine normale Schule so gut wie blockiert (Lautsprache ist muss). Korrigiert mich wenn ich hier falsch liege.

Gehörlose Kinder gehen mit Gebärdensprachdolmetschern in die Regelschule und das auch noch entgegen aller Unkenrufe sehr erfolgreich!!!

Re: Gebärden/Lautsprache? Förderung in der Kita?

Verfasst: 7. Feb 2018, 12:37
von Lillichu
Danke für die vielen Antworten.
Zu seinem Sprechen.. Er versucht es fleißig, stößt schnell an Grenzen. Wenige seiner Worte sind klar verständlich. Den ist da noch ein kleiner Teil, in dem man viel reininterprätiren darf. Der besteht aus einem Gemisch von m,h,f.

Im großen und ganzen denke ich das es nicht dumm ist, unseren DGS Wortschatz weiter auszubauen und parallel dazu das mögliche an Lautsprache rauszuholen.

Schule. (Wir sind mit 7 offizell Schulpflichig)
Da bin ich noch lang nicht & ihn da auch erstmal hinlenken.
Es ist jetzt das große Ziel das er sich verständigen kann.
Es ist mir egal auf welche Schule er später geht.
Abschlüsse können in der heutigen Zeit fast überall nachgeholt werden.
Hauptsache er ist glücklich und wird ein selbstbewusster Mensch der weiß was er möchte.

Re: Gebärden/Lautsprache? Förderung in der Kita?

Verfasst: 7. Feb 2018, 12:40
von uninteressant
Karin hat geschrieben:Korrektur zu: Weiterhin merke ich an - mit Gebärdensprache ist der Weg an eine normale Schule so gut wie blockiert (Lautsprache ist muss). Korrigiert mich wenn ich hier falsch liege.

Gehörlose Kinder gehen mit Gebärdensprachdolmetschern in die Regelschule und das auch noch entgegen aller Unkenrufe sehr erfolgreich!!!
Wir reden leider nicht von einem gehörlosen Kind.

Re: Gebärden/Lautsprache? Förderung in der Kita?

Verfasst: 7. Feb 2018, 12:42
von uninteressant
Lillichu hat geschrieben:Im großen und ganzen denke ich das es nicht dumm ist, unseren DGS Wortschatz weiter auszubauen und parallel dazu das mögliche an Lautsprache rauszuholen.
Klingt so als ob DGS die vorherrschende Sprache sein soll?