Seite 1 von 1
hilfe
Verfasst: 7. Feb 2010, 17:08
von mondenkind1512
brauche dringend einen rat, wie kann man einen menschen der selbst weis dass er schwerhörig ist, dazu bringen sich ein hörgerät zuzulegen?
der fall ist folgender, meine mutter (80j) lebt im moment bei uns im haus, sie weis sehr genau dass sie schwerhörig ist, und betont das auch immer wieder. wenn man normal mit ihr redet, kommt was hast du gesagt, also muss ich sie dauernd anschreien. zudem läuft in ihrem zimmer der fernseher auf so extremer lautstärke, dass alle im haus mithören können. auf die bitte sich doch endlich um ein hörgerät zu kümmern, bekommt man zur antwort: zu teuer oder die taugen nix.
und ausserdem ist sie jedesmal wenn man sie darauf anspricht wegen eines hörgerätes beleidigt und dann kommen sprüche wie: ihr werdet abwarten können bis ich tot bin dann stör ich euch nicht mehr usw.
bittet man sie die lautstärke von tv oder radio doch etwas zu drosseln, heist es dann mach doch ganz aus brauch ich ja net anhaben wenn ich dann eh nix hören kann, und guggt mich an als hät ich darum gebeten sie soll vom dach springen so richtig vorwurfsvoll.
tagsüber könnte ich ja mit lautem radio und tv noch leben. aber da sie nicht schlafen kann läuft bis nachts um zwei der fernseher.
teilweise sitzt sie 20 cm vom lautsprecher des radios weg und das ganze läuft auf einer im ganzen haus hörbaren lautstärke, sie sagt trotzdem sie könne nix hören.
dazu kommt sie fährt auch noch auto, und als ich sie drauf ansprach dass man auch beim auto fahren gut hören sollte, war sie der meinung ne ne das wär beim autofahren doch was ganz anderes.
langsam weis ich echt nicht mehr weiter. vorallem warum sie sich so vehement gegen ein hörgerät wehrt.
wäre echt dankbar für einen tip, denn langsam bin ich und auch mein mann und meine kinder mit den nerven am ende.
lg mondenkind
Re: hilfe
Verfasst: 7. Feb 2010, 17:21
von fast-foot
Hallo mondenkind1512,
nur ganz kurz zu zwei Punkten: Wenn Deine Mutter kein Hörgerät will, könnte sie einen Funkkopfhörer für Radio und Fernseher verwenden. Dann kann sie so laut hören, wie sie will, ohne jemanden zu stören.
Auto fahren ist kein Problem für Menschen, die nicht gut hören, sofern sie sonst fit genug sind.
Gruss fast-foot
Re: hilfe
Verfasst: 7. Feb 2010, 17:38
von rhae
Also zwingen kann man niemanden ein Hörgerät zu tragen, das muss schon jeder selber merken wann die Vorteile eines Hörgerätes die Nachteile überwiegen. Und bislang scheint Deine Mutter ja ganz gut ohne
HGs auszukommen - leider auf Eure Kosten. Sie kann gut Fernsehen und Radio hören, solange sich niemand ernsthaft über die Lautstärke beschwert wird das auch so weiter gehen. Seid doch nicht so nachgiebig. Lasst mal einen Nachbarn die Polizei rufen wenn's mal wieder nach 22 Uhr unerträglich laut aus dem Fernseher dröhnt. Besteht auf Zimmerlautstärke und wenn sie dann aus Trotz das Gerät aus macht, dann bleibt es halt aus. Nach ein paar Tagen ohne Fernseher oder Radio geht Deine Mutter zum Akustiker, versprochen (oder sie besorgt sich einen Funkkopfhörer

)
vg Ralph
Re: hilfe
Verfasst: 7. Feb 2010, 19:48
von akudi
Hallo,
auch wenn es grausam klingt. Die Unterhaltung mit der Mutter auf ein Minimum beschränken. Die eigene Stimme nicht mehr anheben sondern normal laut sprechen. Auf Ihre Nachfragen nicht mehr reagieren. Das klingt hart, aber auch sie ist hart zu euch. Der Tip mit der Polizei wegen der nächtlichen Ruhestörung wurde ja schon oben genannt.
Ich hatte mal einen Kunden im Seniorenheim, der auch kein Hörgerät wollte. Nachdem die Enkelin die Besuche reduziert hat, kam er dann selbst auf die Idee, sich um ein Hörgerät zu Kümmern. Nach der Anpassung war er wie ausgewechselt. Sein Lebensmut war wesentlich besser.
Gruß Akudi
Re: hilfe
Verfasst: 8. Feb 2010, 10:08
von mondenkind1512
danke für eure antworten
die vorschläge von wegen stimme normal lassen und uns über die lautstärke beschweren, das haben wir alles schon druch.
das mit den nachbarn funktioniert nicht leider,da die nachbars häuser einen gewissen abstand zu unserem haus haben.
die einzigen leidtragenden sind wir. und den fernseher haben wir ihr sie auch schon oft genug ausmachen lassen.
aber hilft auf dauer nix. wir unterhalten uns im moment kaum noch mit ihr, gerade weil sie immer erwartet dass wir fast schreien.
sie spielt dann nur die beleidigte, und heult wir sollen mal abwarten bis wir so alt sind.
kopfhörer bekam sie zu weihnachten geschenkt, sowas setzt sie nicht auf.
so langsam haben wir das gefühl ihr verhalten ist reiner altersstarrsinn.
vor allem da sie auch in anderen dingen, im gegenteil zu früher, äusserst rücksichtslos und egoistisch geworden ist.
Re: hilfe
Verfasst: 9. Feb 2010, 09:37
von fabiana
Hallo!
Wie wärs mit einem schallgedämmten Raum?
Ne Spaß bei Seite! Ich kann Dich gut verstehen. Meine Schwiegermutter ist zarte 60 und genauso bockig . Wir hatten sie schon soweit, daß sie beim HNO war und auch eine Verordnung bekam. Aber als es dann soweit war, und wir zum Akkustiker wollten, hat sie wieder abgeblockt. Das traurige ist, daß ihre Enkelin auch hörgeschädigt ist und es natürlich für die Kleine schön wäre, wenn die Oma diese auch tragen würde. So kriegt sie nur mit, daß Hörgeräte "nix tolles" sind. Zum Glück akzeptiert unsere Tochter die
HGs trotzdem .
Das Problem ist halt sowohl bei unserer Oma wie auch bei Eurer. Die haben ein Leben lang das gemacht, ´was sie für richtig hielten. Jetzt kommen auf einmal so junge Leute und wollen denen sagen, was sie zu tun haben...verstehst Du, was ich meine? Ich will sie nicht in Schutz nehmen, aber manchmal muß man das auch mal von der anderen Seite
betrachten.
Falls Ihr es doch ncoh schaffen solltet,sie umzustimmen, dann meldet Euch mal, vielleicht klappt das ja dann auch bei uns

...
liebe Grüße
fabiana
Re: hilfe
Verfasst: 9. Feb 2010, 14:40
von maryanne
Den Vorschlag Akudis finde ich gelinde gesagt etwas problematisch. Für nahezu jeden Menschen ist das Eingeständnis der eigenen Schwerhörigkeit problematisch.
Hilfreicher wäre es, der Betroffenen in einfühlsamer Weise konkrete Hilfestellung anzubieten. Es ist ja in der Tat nicht so, dass ein Hörgerät das normale Hören wieder zurückbringt. Im Gegenteil kann die Eingewöhnungsphase sehr belastend sein . Gerade für alte Menschen bedeutet die Hörschädigung eine große Einschränkung. Zum Fernsehen würde ich die Kombination aus Funkkkopfhörern und Untertiteln empfehlen. Vielleicht gibt es in Eurer Nähe einen Audiotherapeuten, der mal mit der Mutter sprechen kann. Am besten jemand, der selbst schwerhörig ist und KEINE Hörgeräte verkauft.
Gruß
Maryanne
Re: hilfe
Verfasst: 10. Feb 2010, 18:22
von Pevau
Hallo Mondenkind,
so eine schwerhörige, starrsinnige Oma von 89 Jahren, hab ich auch im Haus. Meine Mutter! Auf einem Ohr taub, auf dem anderen schwerhörig. Sie trägt wenigstens ein HG. Allerdings wurde das bereits vor 20 Jahren angepasst. Heute bringe ich nicht mehr zum HNO Arzt um mal wieder in Ohren schauen zu lassen. Das ist das Alter! Sämtliche Veränderungen machen denen Angst. Dadurch, das mein Sohn ebenfalls HG Träger ist, hab ich eine bißchen Erfahrung und seit ich Ihre HG auch regelmäßig reinige, will Sie nicht mal mehr zum Akkustiker. Aber wehe es ist verstopft und Sie hört garnichts. Dann bricht die Wellt zusammen und sie auch. Sie sieht nicht ein, das der Schmalz in den Ohren das Gehör zusätzlich verschlechtert. Sie sieht garnichts ein. Und wenn ich klage, das ich im Fernseher kein Wort verstehe, da Ihrer alles übertönt, versteht sie auch nicht. Und einen Kopfhörer nimmt sie natürlich auch nicht. Das ist ja unnötig! Mittlerweile beschränke ich Gespräche auf ein Minimum und schreibe wichtiges einfach auf. Bei allen anderen Ärgernissen, sage ich mir, hauptsache Sie ist gesund! Es hat Jahre gedauert bis mein Fell so dick wurde wie heute. Daran musst Du arbeiten. Denn die Oma änderst Du nicht.
Viel GLück und gute Nerven
Petra