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Hörgeräte allgemein
Verfasst: 16. Nov 2006, 09:02
von nebeljodler
Hallo allseits!
Ich habe seit Geburt einen mittleren bis schweren Hörverlust im Bereich der höheren Frequenzen und bereits ein großes Problem im Sprachbereich (bin nun 44 Jahre).
Die bisherigen Geräte (2 IO-Geräte, das letzte von der Firma "Starkey" vor 2 Jahren) haben so gut wie nichts gebracht, waren sauteuer, haben gepfiffen und außerdem hab ich alle 2 Tage eine neue Batterie gebraucht..!!
Nun hätte ich gerne ein - vielleicht inzwischen doch wirklich - funktionierendes Gerät das nach Möglichkeit GAR NICHT SICHTBAR sein soll denn damit hab ich zugegebner Maßen ein bischen ein Problem. Ich denke auch es muß doch inzwischen möglich sein, ein Gerät auf den Markt zu bringen das zum Beispiel völlig im Ohr verschwindet, oder?
Und eine 2. Frage: Gibt es IO-Geräte die einen "weiche" Außenhülle haben und sich dadurch "flexibel" - und damit angenehmer - an den Gehörgang anpassen?
Vielleicht weiß wer was darüber!?
Vielen Dank und LG aus Österreich an alle!
Peter

Re: Hörgeräte allgemein
Verfasst: 16. Nov 2006, 09:23
von Boudoir
Das unsichtbarste was mir dazu spontan einfällt ist bei mittel bis hochgradiger Schwerhörigkeit das Gerät der Marke Phonak, micropower.
Ist hier anzusehen:
http://www.phonak.ch/ccch/consumer/prod ... ower_c.htm
Wenn Du wirklich so stark schwerhörig bist, ist eigentlich die Wahl eines
CIC Gerätes(ganz kleines Imohrgerät)akustisch nicht die beste Lösung.
Wenn ein guter Abdruck genommen wurde der korrekt verarbeitet wurde sollten keine unangenehmen Druckgefühle im Gehörgang entstehen.
Durch eine zu hohe Verstärkung und/oder nicht ganz optimale Passform kann es bei Imohrgeräten schnell zum Pfeiffen kommen, was wiederum sehr viel Strom verbraucht, weshalb Du a) sehr viele Battereien benötigst und b) sogar schlechter hörst, als wenn die Geräte etwas weniger stark eingestellt wären, weil das Gerät verzerrt und bei Neigung zum Pfeiffen die von aussen kommenden Akustischen Signale nicht korrekt wiedergeben kann.
Das Zeigt wiederum, das diese Geräte sehr wahrscheinlich nicht für Deinen Hörverlust ausreichen. Bei Imohrgeräten kann mal als Grundsatz davon ausgehen: je kleiner um so Leistungsschwächer.
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[Editiert von Boudoir am: Donnerstag, November 16, 2006 @ 09:31][/size]
Re: Hörgeräte allgemein
Verfasst: 16. Nov 2006, 09:24
von Andrea Heiker
Lieber Peter,
da wirst Du schon Prioriäten setzen müssen.
Ich nehme mal an, dass Deine bisherigen IdO schon bis zum Limit gingen. Das ständige Pfeifen und die kurze Batterielebensdauer weisen darauf hin.
Wenn Du mal Deine Hörkurve hier reinstellst, können wir Dir sagen, ob man bei Dir überhaupt IdOs empfehlen kann oder doch besser HdOs. HdOS haben auch andere Vorteile, kein verstopfter Gehörgang, da Belüftungsbohrungen, harte oder weiche Passstücke nach Wahl, mehr Leistung, mehrere Programme für verschiedenen Situationen.
Es gibt auch sogenannte CICs, die im Gehörganggang versenkt werden, aber die eignen sich nur für leichte Hörschäden und mit dem Okkusionseffekt (Verstopfung des Gehörgangs) muss man dann einfach leben. Völlig unsichtbar sind die auch nicht.
Was ist denn so schlimm daran, wenn man die Hg sieht? Ich wette, in Deinem Umfeld weiß eh jeder, dass Du schlecht hörst. Wenn Du farbige HdO-geräte tragen würdest, sähe das auch überhaupt nicht prothesenhaft aus.
Gruß
Andrea
Re: Hörgeräte allgemein
Verfasst: 16. Nov 2006, 10:25
von nebeljodler
Hallo Boudoir und Andrea!
Danke für eure prompte Rückmeldung!
Es ist natürlich möglich das ein
CIC-Gerät nicht das idealste für meinen Hörverlust ist. Aber eigentlich sollte man sich doch auf einen Hörgeräteakkustiker bzw. auf den Arzt insoweit verlassen können, das diese mir das richtige Gerät verpassen...!
@Boudoir: das Phonak sieht ganz gut aus und ich werds mir mal ansehen..

@Andrea: naja..das Problem mit der Sichtbarkeit liegt nicht im Bereich meines "Bekanntenkreises" sondern besteht darin das ich mit meinen alten Geräten bei "Unbekannten" öfters den Eindruck hatte wie ein Behinderter behandelt zu werden. Nun merkt man meinen Hörschaden aber normalerweise nicht gleich und wenn ich mit Gerät auftrete reden die Leute entweder viel zu laut oder behandeln mich anders...! Das will ich einfach nicht weils nicht notwendig ist. Außerdem denk ich es gibt ja Fortschritte bei der Entwicklung der Geräte und deshalb bin ich ja auch sicher das es relativ bald ein Gerät geben wird das man überhaupt nicht mehr sieht. Bleibt dann nur die Frage ob es meinen Hörschaden abdecken kann. Aber die Chips etc. werden ja fast monatlich kleiner also besteht ja Hoffnung das es nicht mehr allzu lange dauert...
danke nochmals,
Peter
Hier übrigens mein Audiogramm:
Frequ...db Rechts.....db Links
0,125.....20............20
0,25......30............35
0,5.......45............55
0,75......60............70
1.........70............75
1,5.......68............70
2.........60............62
3.........50............55
4.........45............52
6.........42............55
8.........42............58
12........50............60
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[Editiert von nebeljodler am: Donnerstag, November 16, 2006 @ 10:44][/size]
Re: Hörgeräte allgemein
Verfasst: 16. Nov 2006, 10:45
von Boudoir
Re: Hörgeräte allgemein
Verfasst: 16. Nov 2006, 10:58
von nebeljodler
Hi Boudoir!
Es ist mir schon klar das die Technik untergebracht werden muß...aber wenn man sich die Dinger von früher ansieht und die heutigen Geräte..ich denke es ist noch was möglich...
Das Phonak werd ich mir wiegesagt ansehen..so ein Gerät hab ich noch nicht probiert.
Außerdem werde ich sowieso einmal eins brauchen (genaugenommen bräucht ich natürlich schon längst eins..)
Mal sehen...
ciao!
Re: Hörgeräte allgemein
Verfasst: 16. Nov 2006, 10:59
von Andrea Heiker
Lieber Peter,
Du hast eine starke Mitteltonsenke, unglücklicherweise genau in dem Frequenz bereich, in dem sich die meisten Sprachanteile befinden, das optimalste Hörergebnis wird Du nur mit HdOs erreichen können, evtl. auch dem Micropower.
Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass es Fremde mehr irritiert, wenn man oft nachfragt, (oder noch schlimmer, man versteht nicht und sagt es nicht und verpasst dadurch etwas) als wenn man Hörgeräte trägt.
Das Problem der Hg ist nicht so sehr kleine Chips, sondern die Tatsache, dass man die Physik nicht aufheben kann. Bei starken Hg müssen Lautsprecher und Mikrofon entweder durch eine gute Abdichtung getrennt sein, oder aber durch eine größere räumliche Entfernung, sonst pfeift es. Auch die Lautsprecher kann man nicht beliebig klein bauen, da sie ja ein bestimmtes Volumen brauchen.
Ich kenne sehr viele stark schwerhörige Männer und Frauen und gerade bei den Männern sieht man natürlich die Hörtechnik, bei einem CI sind das sogar Riesenteile. Und ich kann eigentlich NICHT bestätigen, dass man uns für "blöd" oder "behindert" hält. Es kommt zwar vor, dass Leute meinen, sie müssten schreien, aber man kann die Leute durchaus höflich aufklären, ohne Sie vor den Kopf zu stoßen. Man kann sagen: "Sie brauchen nicht laut zu reden, ich verstehe Sie am Besten, wenn Sie mit normaler Lautstärke (evtl. auch langsamer kommt auf den Sprecher an) reden." Leute, die Schwerhörige schreien, meinen es ja eigentlich gut, sie wollen, dass man sie versteht. Sie wissen es halt nur nicht besser.
Ein offener und souveräner Umgang macht das Leben mit der Schwerhörigekeit viel, viel leichter. Das schreibe ich jetzt mal als ehemalige Versteckerin!
GRuß
Andrea
Re: Hörgeräte allgemein
Verfasst: 16. Nov 2006, 11:09
von nebeljodler
Hi Andrea!
Danke auch für deine "Analyse". Ich hab mir ja schon oft gedacht das ich das falsche Gerät habe..! Das micropower werde ich mal probieren...könnte ja dann wirklich was helfen!
Es wäre sicher auch angenehm wenn mir ein Gerät reichen würde aber wahrscheinlich muß ich um eine optimale Verbesserung zu erreichen beide Ohren versorgen. (Ist halt sicher nicht billig)
Es ist nicht so das einen die Leute für "blöd" halten aber ein unsichtbares Gerät würde eine "Behinderung" einfach problemloser machen, oder?
Ciao, Peter
Re: Hörgeräte allgemein
Verfasst: 16. Nov 2006, 11:18
von Boudoir
Nebeljodler, es gibt schon extrem kleine Geräte für im und hinterm Ohr, und das schon einige Zeit. ABER die sind nur für Leichte Hörverluste geeignet, aus den von mir und Andrea Heiker oben erwähnten Gründen.
Siehe hier:
zur Zeit das kleine Gerät für hinters Ohr, aber nur für leichte hochton Hörverluste geeignet:
http://www.hansaton.de/cgi-bin/osb.cgi? ... e&E_CNT=de
Die Grösse von Imohrgeräten ist immer zwingend von der Anatomie des Gehörgangs abhängig. Wenn jemand einen sehr schmalen, engen Gehörgang hat, kommt die Elektronik eben etwas weiter hinaus = mehr sichtbar. Wenn jemand einen normalen Gehörgang hat, kann man schon sehr klein bauen, bei ganz grossem Gehörgang wirds wieder mehr sichtbar. Die Beispiele und Muster der Hersteller sind naturgemäss stets extrem klein.
Ein Beispiel, könnte aber auch jede andere Marke sein:
http://www.hoergeraete-siemens.de/de/04 ... amilie.jsp
Re: Hörgeräte allgemein
Verfasst: 16. Nov 2006, 11:33
von nebeljodler
Ja..du hast natürlich recht..die Geräte müssen meinen Hörverlust abdecken und an die Anatomie angepaßt sein...! Was noch dazu kommt ist das ich kleine Extosen im Gehörgang habe..also wirds wahrscheinlich eh ein HdO Gerät werden!
Aber immerhin sind diese Geräte inzwischen auch schon recht kompakt.
ciao + Lg Peter
Re: Hörgeräte allgemein
Verfasst: 16. Nov 2006, 12:32
von Andrea Heiker
Hallo Peter,
ja mit zwei Ohren hört man eindeutig besser. Und wenn beide schlecht sind, müssen eben auch zwei Geräte her. Ich musste gezwungenermaßen wegen meiner Ertaubung ein einhalb Jahre Mono rumlaufen und das war nicht das Wahre, kein Richtungshgehör und dauernd diese Kopfverrenkerei, u.a. deswegen habe ich mich auch für ein CI entschieden.
Ich glaube nicht, dass "Unsichtbar" alles problemloser machen würde. Auch mit Hg bzw. CI hört man ja nicht wie ein Normalhörender, man hört zwar wesentlich besser aber ist trotzdem noch weit von einer Normalhörigkeit weg. Das heißt man muss manchmal trotzdem noch nachfragen und Hörgeräte sind auch ein sichtbares Zeichen, dass es Legitim ist, nicht zu verstehen. Zur Zeit habe ich etwas längere Haare und man sieht die Technik nur, wenn man genau hinschaut, die meisten sehen es gar nicht. D.h. ich muss mich jedes Mal verbal outen, dass ich Schlappohren habe. Als ich früher kürzere Haare hatte, da hatte ich knallblaue Hg und auch edle blaue Passstücke mit Strasssteinen, sehr auffällig das Ganze. Ich habe schon den Eindruck, dass dort viele Leute schon von vorneherein beim Sprechen etwas mehr Mühe gegeben haben.
Gruß
Andrea
Re: Hörgeräte allgemein
Verfasst: 17. Nov 2006, 08:13
von Jerry
Hallo Peter,
wenn Unsichtbarkeit der Hörhilfe eine solch große Rolle für Dich spielt, informiere Dich mal über das Esteem der Firma Envoymedical. Das Esteem ist ein vollimplantierbares Hörgerät, heißt also es steht eine mehrstündige OP an und hinterher sieht man von außen absolut gar nichts.
Allerdings kommen dann, solltest Du dieses Gerät für Dich in Erwägung ziehen, Kosten in Höhe von ca. 30.000 EUR auf Dich zu, die nicht von den Kassen getragen werden.
Viele Grüße
Re: Hörgeräte allgemein
Verfasst: 17. Nov 2006, 08:42
von Mia2003
Hallo,
ich finde "unsichtbar" ist nicht immer gut! Meine Tochter Mia (3,5 Jahre) spricht ja noch ziemlich schlecht, durch ihre hochgradigte Schwerhörigkeit und meistens mache ich ihr mit Absicht einen Zopf, damit nicht die blöden Fragen kommen "Wieso spricht sie denn so schlecht?". Ich habe ihr auch extra rosa HG geben lassen. Andrea hat wirklich recht, die Leute sind dann viel feinfühliger und manche sind auch richtig erschüttert, wenn sie mein kleines Mädchen mit den HG sehen und außerdem sprechen sie auch viel deutlicher.
Liebe Grüße.
Nicole
Re: Hörgeräte allgemein
Verfasst: 17. Nov 2006, 09:34
von Andrea Heiker
Dan Envoy Esteem geht bei der Hörkurve nicht, da der Hörverlust vom nebeljodler über die Frequenzen nicht gleich verläuft.
Re: Hörgeräte allgemein
Verfasst: 18. Nov 2006, 13:29
von nebeljodler
Hi Jerri!
Danke für deinen Hinweis. Ich habe mich in Wien auch schon wegen eines operativen Eingriffs erkundigt. Es gibt hier die Möglichkeit eines Implantats allerdings trägt man dann außen auf der Schädeldecke (hinter bzw. über dem Ohr) einen recht großen Knopf der die Batterie beinhaltet. Sieht gräßlich aus und kommt meines Erachtens nur für jemanden in Frage der wirklich taub ist.
30.000.- nur wegen der Optik ist sowieso ein Unsinn und wäre mir echt definitiv zu teuer - so schlimm ist es eigentlich doch noch nicht..!
danke jedenfalls + lg
Peter
Re: Hörgeräte allgemein
Verfasst: 18. Nov 2006, 13:35
von nebeljodler
Erstellt von Mia Madeleine
Hallo,
ich finde "unsichtbar" ist nicht immer gut! Meine Tochter Mia (3,5 Jahre) spricht ja noch ziemlich schlecht, durch ihre hochgradigte Schwerhörigkeit und meistens mache ich ihr mit Absicht einen Zopf, damit nicht die blöden Fragen kommen "Wieso spricht sie denn so schlecht?".
Du hast schon recht: gerade bei Kindern die damit noch nicht so umgehen können ist die Schwerhörigkeit ein Problem wenn die anderen es nicht wissen. Bei mir ist es aber so das ich möglicherweis mit
HG ganz gut hören würde und wenn dann das Umfeld normal reagiert weil sie ja von dem Hörschaden nichts wissen und auch kein HG sehen, ist mir dann einfach lieber ich frag ev. ab und zu mal nach als ich muß jedem erst erklären wie laut oder deutlich er reden muß...
lg peter
Re: Hörgeräte allgemein
Verfasst: 18. Nov 2006, 13:44
von nebeljodler
Erstellt von Andrea Heiker
...Ich glaube nicht, dass "Unsichtbar" alles problemloser machen würde. Auch mit Hg bzw. CI hört man ja nicht wie ein Normalhörender, man hört zwar wesentlich besser aber ist trotzdem noch weit von einer Normalhörigkeit weg. Das heißt man muss manchmal trotzdem noch nachfragen und Hörgeräte sind auch ein sichtbares Zeichen, dass es Legitim ist, nicht zu verstehen.
mit dem ab und zu ein bissi nachfragen hab ich kein Problem. Ich weiß nicht wie gut oder schlecht DU hörst aber ich denke das ich mit einem
HG doch deutlich besser höre und wenn dann noch die "Unsichtbarkeit" dazukäme würde sich das Unmfeld "normal" verhalten und ich muß niemandem erklären wie laut oder leise er mit mir reden muß nur weil er ein HG an meinem Ohr sieht.
Ich glaube darüber kann man aber endlos diskutieren - ist sicher Ansichtssache. Für mich ist es halt so und ich könnte mir z.B. auch gut vorstellen das man in Zukunft nur mehr einen ganz kleinen Stöpsel im Ohr trägt den man überhaupt nicht mehr sieht und irgendwo einen Sendeteil (könnte dann auch größer sein)der das Ganze kabellos überträgt. Hätte auch den Vorteil das ein Trum weniger am Ohr hängt bzw. nur was ganz Kleines drinnen steckt...! Wer weiß was uns die Technik noch bringt..
lg Peter
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[Editiert von nebeljodler am: Samstag, November 18, 2006 @ 13:45][/size]
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[Editiert von nebeljodler am: Samstag, November 18, 2006 @ 13:46][/size]