Re: Akustiker ist kein Beruf, sondern eine Berufung...ich bin Akustiker aus Leidenschaft
Verfasst: 7. Dez 2017, 10:53
Hallo Ohrenklempner,
hier meine Sichtweise:
Zunächst nur kurz:
Den Begriff "Zielkurve" halte ich in der Tat für nicht zutreffend. Besser fände ich "Ausgangskurve", da man ja zunächst von dieser ausgeht. Der andere Begriff stammt womöglich aus einer Zeit, als es bereits schwierig war, das Hörgerät gemäss eben dieser Kurve ein zu stellen, was dann vermutlich ein erstes Ziel war.
Ich würde versuchen, das bestmögliche Sprachverstehen zu erreichen mit einer Einstellung, welche akzeptiert wird (dass die Einstellung akzeptiert werden muss, halte ich für derart selbstverständlich, dass ich es gar nicht erwähnt habe, wobei ich bereits nach dem Schreiben gedacht hatte, dass das Nichterwähnen dieses Umstandes zu Missverständnissen führen könnte).
Das ist meiner Ansicht nach der Job des Akustikers.
Das Grundprinzip, nach welchem Hörgeräte eingestellt werden, halte ich für nicht optimal, da die Gefahr besteht, dass eben bereits ohne Hörgeräte als zu laut empfundene Geräusche mit ihnen noch lauter gehört werden.
Die genaue Umsetzung der Ergebnisse einer Lautheitsskalierung könnten hier Abhilfe schaffen - wobei es zunächst nicht darum geht, das Sprachverstehen zu verbessern, sondern die Akzeptanz; als Nebeneffekt könnte dann auch ersteres eintreten (im besten Falle werden bestimmte (bereits laute) Geräusche nicht noch lauter gehört, die Sprache trotzdem gut (vielleicht sogar noch besser) verstanden).
Gruss fast-foot
hier meine Sichtweise:
Zunächst nur kurz:
Den Begriff "Zielkurve" halte ich in der Tat für nicht zutreffend. Besser fände ich "Ausgangskurve", da man ja zunächst von dieser ausgeht. Der andere Begriff stammt womöglich aus einer Zeit, als es bereits schwierig war, das Hörgerät gemäss eben dieser Kurve ein zu stellen, was dann vermutlich ein erstes Ziel war.
Nein, da ich ja, je nach eingestelltem Programm, ENTWEDER Akzeptanz ODER Verstehen habe.Ohrenklempner hat geschrieben:Durch die Programmumschaltung habe ich Akzeptanz und Verstehen gleichzeitig gewährleistet.
Wie würdest du es denn machen?
Ich würde versuchen, das bestmögliche Sprachverstehen zu erreichen mit einer Einstellung, welche akzeptiert wird (dass die Einstellung akzeptiert werden muss, halte ich für derart selbstverständlich, dass ich es gar nicht erwähnt habe, wobei ich bereits nach dem Schreiben gedacht hatte, dass das Nichterwähnen dieses Umstandes zu Missverständnissen führen könnte).
Das ist meiner Ansicht nach der Job des Akustikers.
Hier wäre ich mir nicht so sicher (I). Wenn der Akustiker keine Lautheitsskalierung durchführt, kann er das gar nicht wissen. Auch nicht ohne eine in-Situ-Messung (allenfalls kann er "mittels Hörgerät messen", worauf er sich jedoch nicht unbedingt verlassen kann).Ohrenklempner hat geschrieben:Es wird aber nichts, was ohnehin schon laut ist, noch lauter gemacht.
Das Grundprinzip, nach welchem Hörgeräte eingestellt werden, halte ich für nicht optimal, da die Gefahr besteht, dass eben bereits ohne Hörgeräte als zu laut empfundene Geräusche mit ihnen noch lauter gehört werden.
Die genaue Umsetzung der Ergebnisse einer Lautheitsskalierung könnten hier Abhilfe schaffen - wobei es zunächst nicht darum geht, das Sprachverstehen zu verbessern, sondern die Akzeptanz; als Nebeneffekt könnte dann auch ersteres eintreten (im besten Falle werden bestimmte (bereits laute) Geräusche nicht noch lauter gehört, die Sprache trotzdem gut (vielleicht sogar noch besser) verstanden).
Ja, ich denke aber, dass oftmals, wenn der Kunde sagt, gewisse Geräusche, welche bereits ohne die Verwendung von Hörgeräten als (einigermassen) laut empfunden werden, nachher noch lauter klingen (er sagt dies allerdings auf seine Weise), mit der Hörentwöhnung argumentiert wird im Sinne von "Sie müssen sich daran gewöhnen". In diesem Falle würde ich eher sagen, dass der Akustiker das Gerät besser einstellen soll (in dem Sinne, wie auch Du geschrieben hast: nämlich so, dass bereits eher als laut empfundene Geräusche nicht noch lauter werden).Ohrenklempner hat geschrieben:Es geht darum, wichtige Sprachanteile über die Hörschwelle zu heben, und lautere Sprachanteile, die das geschädigte Ohr auch so noch hört, im Einklang mit dem Lautheitsempfinden des geschädigten Ohrs zu bringen. Darum macht man ja solche Spielereien wie Hörschwelle, MCL, UCL und Perzentilanalyse.
Gruss fast-foot