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Re: neulich beim Hörakustiker...
Verfasst: 24. Okt 2017, 23:31
von akopti
Gewichtl hat geschrieben:
wenn es eine "oder"-Alternative gibt, dann muss diese Alternative auch auswählbar sein, sonst ist es keine Alternative. Und es ist nirgends vereinbart, dass ausschließlich der Hörakustiker hier der Wahlberechtigte bzgl. der Alternativenauswahl sein muss
Doch, den die Vertragspartner sind, siehe erste Seite deines viel zitierten Refernzvertrages, die Krankenkasse und der Akustiker. Solange
"oder" im Vertrag steht, dann ist die Vorgabe gegenüber der Krankenkasse erfüllt, wenn der Akustiker das Ergebnis des einen oder des anderen Verfahrens angibt. Wenn ein Wahlrecht einer dritten Person vorgesehen wäre, so müsste das im Vertrag drin stehen. Steht aber nicht.
Nimm den Vertrag und lass dich bei einem Fachanwalt beraten, vielleicht lichtet sich der Nebel. Deine persönliche Interpretation wird keiner juristischen Überprüfung stand halten, oder meinst du die Verträge wurden von Laien erarbeitet.
Re: neulich beim Hörakustiker...
Verfasst: 25. Okt 2017, 00:34
von muggel
Hallo,
ich selbst habe schon mal den Olsa mitgemacht, zur Vergleichsmessung zweier Hörsysteme. Fazit demnach: beide gleichwertig, minimale Abweichung von 0,1 dB.
Der Freiburger im Störgeräusch und in Ruhe zeigte jedoch einen deutlichen Unterschied zwischen den Hörsystemen. Dies Testresultate passten auch zu meinem Gefühl.
Ich selbst fand den Olsa sehr einfach und auch vorausschaubar. Trotz der recht guten Werte (nicht zu vergleichen mit Normalhörenden) habe ich jedoch gerade im Störlärm weiterhin ziemliche Probleme.
Ach ja... die Klinik, die damals den Olsa gemacht hat, bietet diesen nicht mehr an, da mit dem Freiburger bessere / eindeutigere Ergebnisse erreicht wurden.
Re: neulich beim Hörakustiker...
Verfasst: 25. Okt 2017, 08:07
von Lchtschwrhrg
Gewichtl, der Fehler in Deiner Grundannahme ist der, dass neuer und teuer gleich besser sei. Die Sprachverständlichkeit hängt aber im Kopf des Menschen nicht davon ab, welche Technik er sich ins Ohr hängt, sondern was davon wahrgenommen wird. Und daran hat sich in den letzten 10.000 Jahren recht wenig geändert. Dagegen sind die in den Tests angewandten statistischen Methoden einfache beschreibende Statistik mit zwei Zuständen- versteht - versteht nicht. Mir fällt die z.B. eine Unterscheidung von Hanf und Mampf schwerer als ein Satzverständnis von "Hans isst zehn rohe Eier" oder "Käthe kauft fünf bunte Kuchen" (freie Beispiele - keine offiziellen Test-Worte)
Selbst als leichtschwerhöriger hatte ich da mit unbewusstem Lippenlesen oder Rekonstruktion des Gesagten aus dem Zusammenhang recht brauchbare Verstehensquote in Konferenzen etc. erreicht. Mich hat allein die Tatsache, dass eine Stunde Konferenz mehr als ein 12h Arb-Tag anstrengte zum HG getrieben.
Zum Opfer wirst Du im aktuellen Hör-Markt nur, wenn Du nicht bereit bist, Dein eigenes Wahlrecht eines für Dich geeigneten Akus wahrzunehmen, sondern verlangst, dass jeder Aku von sich aus mehr als nur die Minimalanforderungen der KK zu erfüllen hat, auch wenn Du weißt, dass bei einer Gesamt-KK-Leistung von vll 1750€ incl der Wartungspauschale das den Gesamtumsatz für 6 Jahre darstellt. Manche AKus denken hat kurzfristig, andere längerfristig und gehen davon aus, dass ein hervorragend beratener Kunde dann nach sechs Jahren mit positiver HG-Erfahrung wieder kommt.
Und weiter - selbst wenn es ein sogenannter Markt ist, das alte Zauberwort mit den zwei tes im Umgang mit Menschen ist immer noch"bitte" und nicht "aber flott" -
Re: neulich beim Hörakustiker...
Verfasst: 25. Okt 2017, 09:08
von Faber
Moin lieber Lchtschwrhrg,
ich bin verwundert, dass du nach so vielen Posts von mir immer noch nicht verstehst

mir geht es weder um:
"für mich nur das Neueste und das Beste"
noch geht es mir darum:
"je mehr Technik umso besser hör ich"
noch möchte ich, dass mich der Hörakustiker "für lau" versorgt.
auch habe ich nichts gegen die Hörakustiker als Individuen
Mir geht es um ganz was Anderes,
nämlich um:
"use it - or lose it" wie ein englisches Sprichwort sagt.
also:
wer sein Gehör nicht rechtzeitig "auf Trab hält", der verliert es schleichend,
so wie sich Muskeln abbauen, die nicht trainiert werden, ebenso wie Verstand.
Das gilt aber eben auch für Demokratie und für Recht: "use it-or lose it".
Und hier sind wir bei meinem Thema:
ICH verteidige hier - in Loyalität - die Versichertengemeinschaft meiner Krankenversicherung, die mit ihren Beiträgen einen "bestmöglichen Ausgleich des Funktionsdefizits von auditiven Fähigkeiten auf aktuellem medizinischen und technischen Stand" bezahlt, und hierzu Verträge mit dem versorgenden Hörakustiker abgeschlossen hat, deren GEIST aber "nach allen Regeln juristischer Winkeladvokatenkunst" unterlaufen wird.
Konkret muss ich mich sicher nicht wiederholen, was die Hilfsmittelrichtlinie § 19 konkret von ihm fordert, was es mit dem Anhang 4 der Anlage 1 des entsprechenden Vertrages auf sich hat, WARUM ich derartig penetrant auf einen Test bestehe, welcher beweisbar den Vorteil der einer "Aufzahlversorgung" aufzeigt, bevor ich gegenüber meiner Kasse bestätigen kann "bestmöglich" versorgt worden zu sein.
Das ganze mal als Frage:
WOHER weiß der Laie, dass die ihm aufs Ohr gedrückte Versorgung die "bestmögliche" ist?
Wenn er es aber NICHT weiß (besser "wissen können soll") - wie kann er das dann gegenüber seiner Krankenkasse bestätigen?
Zusammenfassung:
mein einziges Ziel hier in diesem Forum ist:
Der unbedarfte Hörbehinderte soll wissen,
was er mit seinen Krankenkassenbeiträgen bereits bezahlt hat, und wofür er sich folglich NICHT ein zweites Mal abzocken lassen muss.
Nachsatz zum Thema: "Kasse ist zuständig, wenn´s mehr sein muss".
Das ist wieder so eine typische Halbwahrheit.
Es stimmt in soweit, dass:
sollte ein Hörakustiker-Kunde mit "Trick siebzehn und Selbstüberlistung" eine Situation herbeiführen um sie auszunutzen, in der - aus rein formalen Gründen - der Hörakustiker bereits "raus aus der Nummer" ist, dann ist tatsächlich die Beitragszahlergemeinschaft der Krankenkassen in der Haftung. Das ist dann aber praktisch das, was in anderen Bereichen die typische Abwälzung privater Kosten auf den Steuerzahler darstellt. Muss man SO nicht machen.
MIR genügt:
1. eine aktuelle Hörsystemtechnik, die mir DAS bietet, wofür bezahlt wurde,
2. ein Hörakustiker, der dieses liefern und bestmöglich anpassen kann und WILL,
3. eine Vergleichsmethode, die BEWEISBAR die Unterschiede vergleicht und dokumentiert.
DANN kann ich meiner Krankenkasse meine "bestmögliche" Versorgung bestätigen.
LG
Gewichtl
Re: neulich beim Hörakustiker...
Verfasst: 25. Okt 2017, 10:23
von muggel
Hallo,
du hast eine Meinung (Hörgerät x ist besser als Hörgerät y), möchtest nun diese bestätigt haben. Dazu reicht dir der Freiburger nicht aus bzw liefert nicht das Ergebnis, was du sehen willst. Also verlangst du einen anderen Test....was aber ist, wenn der deine Meinung auch nicht wiederspiegelt?
Ach ja... wissen wir ja schon - dann hat der Akustiker betrogen und das Ergebnis gefälscht.
Im Detail: du willst aktuelle Hörgeräte, die dir das bieten, was nach Vertrag vereinbart wurde. Also Digitaltechnik, mindestens 4 Kanäle etc pp. Verweigert dir das ein Akustiker? Wenn ja, dann würde er sich tatsächlich strafbar machen.
Dann verlangst du eine Vergleichsmethode, die dir (in welcher Art auch immer) „beweist“, dass das Hörsystem, welches du bevorzugt, tatsächlich das Beste für dich ist.
Nach deiner Meinung (und damit stehst du alleine da!) eignet sich dafür der Freiburger nicht. Du begründest diese Aussage mit dem Alter des Tetsverfahrens.
Tja, Thermometer zur Bestimmung der Temperatur gibt es schon viel länger als den Freiburger. Auch wenn die Welt zunehmend digitalisiert, bedeutet dieses nicht, dass analoge Thermometer schlechter im Sinne von „nicht so genau“ wie digitale Thermometer sind. Nach deiner Argumentation jedoch schon, weil ja die (analoge) Technik veraltet ist.
Grüße,
Miriam
Re: neulich beim Hörakustiker...
Verfasst: 25. Okt 2017, 10:27
von Lchtschwrhrg
Hallo Gewichtl,
ich verstehe Dich und ein Anliegen schon - und ich bin durchaus der Meinung dass sich der Schwerhörige nicht mit einer Minimal-Mindestanforderung-Leistung zufrieden geben muss.
Allerdings muss ich dies eben "mit den Füssen" umsetzen - zu dem Aku gehen, der mir das Beste für mich bietet.
Und weiter, "ich höre" und "ich verstehe" - niemand anderes. Dazu benötige ich keinen anderen Nachweis als mein Ohr und mein Hirn. Wenn dazu eine Methode notwendig ist, dann ist doch schon etwas faul. I.Ü. bringen alle Hörtests nur eine quantitative Aussage - wieviel von x wurde gehört. Mehr nicht. Ob ich da ein Zertifikat habe oder nicht, das verändert die Erhebungsmethode in sich nicht - macht keines der Verfahren besser oder schlechter. Ein einfaches Gedankenexperiment zeigt das Problem: stell Dir vor, in den Klangbildern der genutzten Testworte im normierten Testschall hätte ich gar kein Problem - heißt es dann, dass ich in der "praxis" des real Life 1.0 Lebens dann auch wirklich alles höre und verstehe? Nein! Das teste ich beim Probetragen aus - und später mit dem HG, für das ich mich entsschieden habe. Den Aku oder HNO möchte ich sehen, der dann sagt - ne, mit dem Test wäre das Gerät aber besser. Oder was meinst Du??
Wenn ich mich bei irgend einem Test drauf einlasse, mit "raten" was ich gehört habe, dann bräuchte ich keine HGs - ich mache mit dem HG schließlich keine "Wette" ob ich was höre oder nicht. Und ich werde ihn auch nicht im übertragenen Sinne "verprügeln", wenn er nicht das macht, was ich als Kunde möchte, sondern einfach den Laden wechseln.
Re: neulich beim Hörakustiker...
Verfasst: 25. Okt 2017, 10:38
von Faber
Hallo Lchtschwrhrg,
nicht dass du denkst, ich "verstünde" nicht was du schreibst.
Natürlich geht es am Ende um "das wirkliche er-Leben".
ABER:
Höre und verstehe ich BEWEISBAR mit Hörsystem "x" besser als mit Hörsystem "y", dann zahle ich auch für Hörsystem "x" nur 2 x 10 € (das ist Vertragsvereinbarung).
Höre und verstehe ich zwar unbestritten mit dem Hörsystem "x" besser als mit dem Hörsystem "y" - nur "leiderleiderleider"

ist das genau NICHT beweisbar - dann bezahle ICH ggf. mehrere tausend Euro ZUSÄTZLICH aus eigener Tasche.
und nun werde ich- plötzlich wie durch Wunderhand - ganz "hellhörig", wenn ich merke, dass Hörakustiker - durchgängig - genau das "BEWEISBAR" nach Kräften hintertreiben.
Ist das "verstehbar"?

LG
Gewichtl
Re: neulich beim Hörakustiker...
Verfasst: 25. Okt 2017, 11:00
von svenyeng
Hallo!
@gewichtl:
Noch mal, der Test ist Unsinn im wahrsten Sinne des Wortes.
Lchtschwrhrg hats ja auch genau richtig erklärt. Das eben Laborbedingungen und das tägliche Umfeld zwei verschiedene Paar Schuhe sind.
Beispiel:
Hörgerät A (zuzahlungsfrei)
Hörgerät B (mit hoher Zuzahlung)
Beim Test unter Laborbedingungen hörst Du mit Gerät A im Störschall z.B.8 von 10 Worten. Mit Gerät B hörst Du 3 Worte.
Da für Dich ja die Tests unter Laborbedingungen zählen nimmst Du Gerät A und Dein Papi hat nichts dazu gezahlt. Gut oder?
Im täglichen Leben, auf der Arbeit, zu Hause, ... kommst Du damit nicht klar.
Warum? Weil das ganz andere Bedingungen sind und der Test unter Laborbedingungen Unsinn ist, weil er rein gar nichts aussagt.
Gruß
sven
Re: neulich beim Hörakustiker...
Verfasst: 25. Okt 2017, 11:13
von Faber
Hallo svenyeng,
du wiederholst dich in der Einrede der "Aufzahlung zwecks Abwahl wissenschaftlicher Basal-Banalität".
Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass die Wirksamkeit von Dingen BEWEISBAR sein muss, wenn sie sich nicht der "Scharlatarnerie" bezichtigen lassen will.
"Beweisbar" bedeutet "reproduzierbar".
DAS wird aber genau aktiv hintertrieben

Und ich frage mal ganz unbedarft:
WIE ermitteln denn die Hersteller ihre jährlichen "Verstehverbesserungsinnovationenwirksamkeiten"?
Lassen die ihre Entwickler und Ingenieure zu hause testhören und beurteilen was die so meinen wie besser ist?
Glaubst du das wirklich?
LG
Gewichtl

Re: neulich beim Hörakustiker...
Verfasst: 25. Okt 2017, 11:25
von svenyeng
Hallo!
Natürlich haben Hörgeräte-Hersteller Testträger.
Das sind i.d.R. Menschen die immer ein HG tragen.
Alles andere wäre einfach nur Unsinn.
Mit einem Labortest lassen sich keine Hörgeräte richtig testen.
Gruß
sven
Re: neulich beim Hörakustiker...
Verfasst: 25. Okt 2017, 12:09
von Faber
svenyeng hat geschrieben:Hallo!
Natürlich haben Hörgeräte-Hersteller Testträger.
Das sind i.d.R. Menschen die immer ein HG tragen.
Alles andere wäre einfach nur Unsinn.
Mit einem Labortest lassen sich keine Hörgeräte richtig testen.
Gruß
sven
und diese "Testöhrchen" ersetzen dann wissenschaftlich fundierte Testverfahren?
und nebenbei falten Zitronenfalter Zitronen?
Sven - entschuldige,
aber dein Ernst kann DAS nicht wirklich sein

LG
Gewichtl
Re: neulich beim Hörakustiker...
Verfasst: 25. Okt 2017, 12:46
von svenyeng
Hallo!
@gewichtl:
Du kannst doch bei einer Entwicklung von neuen Hörgeräten nicht mit Tests im Labor machen.
Es muss doch im täglichen Leben und Umfeld getestet werden, weil grad as ausschlaggebend ist und nicht ein Test unter Laborbedingungen.
Ich weiß ja nicht, wie viele Jahre Du schon Hörgeräte trägst.
Normal solltest Du wissen das es ganz oft so ist, das im Abpassraum beim Akustiker die Einstellungen gut sind.
Später im weiteren Verlauf des Tages stellst Du fest das es so gar nicht geht.
Dann muss der Akustiker nachjustieren.
Gruß
sven
Re: neulich beim Hörakustiker...
Verfasst: 25. Okt 2017, 12:51
von Faber
Hallo svenyeng,
du willst mir ernsthaft erzählen:
bei einem Milliardenmarkt weltweit entscheidet über Vermarktung einer Innovation das jeweilige Mitarbeiteröhrchen und NICHT harte, reproduzierbare Fakten????
sag´ mal - entschuldige:
für wie einfältig hältst du hier eigentlich die Mitleser?
LG
Gewichtl
Re: neulich beim Hörakustiker...
Verfasst: 25. Okt 2017, 13:27
von Ohrenklempner
@svenyeng: Du wurdest gerade gewichtlt!

Re: neulich beim Hörakustiker...
Verfasst: 25. Okt 2017, 13:41
von svenyeng
Hallo!
@ohrenklempner:
Ich merks.
@gewichtl:
Wenn Du einmal richtig lesen würdest, wüsstest Du, das ich nichts von einem Mitarbeiterohr geschrieben habe, sondern von Testern.
Das sind Leute wie Du und ich. Die bekommen vom Hersteller ein Testgerät und testen das im Alltag.
Genau das ist wichtig und nur so kann man richtig testen.
Gru0
sven
Re: neulich beim Hörakustiker...
Verfasst: 25. Okt 2017, 13:58
von Faber
svenyeng hat geschrieben:Hallo!
@ohrenklempner:
Ich merks.
@gewichtl:
Wenn Du einmal richtig lesen würdest, wüsstest Du, das ich nichts von einem Mitarbeiterohr geschrieben habe, sondern von Testern.
Das sind Leute wie Du und ich. Die bekommen vom Hersteller ein Testgerät und testen das im Alltag.
Genau das ist wichtig und nur so kann man richtig testen.
Gru0
sven
Hallo svenyeng;
also gut:
ich streiche "Mitarbeiteröhrchen"
und ersetze durch "Testeröhrchen"
und wiederhole:
diese subjektiven "Testeröhrchen" entscheiden über Investition in einem Milliardenmarkt ANSTELLE reproduzierbarer Fakten?
DAS ist dein Ernst???

LG
Gewichtl
Re: neulich beim Hörakustiker...
Verfasst: 25. Okt 2017, 14:09
von svenyeng
Hallo!
@gewichtl:
Was soll denn Dein toller Test unter Laborbedingungen bringen?
Du setzt jemanden ins Labor gibst ihm die neu entwickelten HGs und machst Deinen Freiburger Test. Der Tester versteht 9 von 10 Wörtern im Störschall.
Und sagst oh geil, das Gerät ist super. Geht auf den Markt.
Später verkaufst du keinerlei Geräte, weil die Hörgeräteträger die das Gerät testen mit den Dingern gar nicht klarkommen. Klingt richtig künstlich, dröhnt, ...
Aber ist ja egal, denn bei Deinem Test im Labor wurden ja 9 von 10 Wörtern verstanden.
Merkst Du was?
Gruß
sven
Re: neulich beim Hörakustiker...
Verfasst: 25. Okt 2017, 14:20
von Lchtschwrhrg
Hallo Gewichtl,
schon mal ein Datenblatt eines HGs überhaupt angeschaut?? Da sind Frequenzgänge und Bereiche abgebildet und Daten jeder messbaren Art, die nachweislich sind, zuhauf aufgelistet.
Aber einen Wort/Satzverständnistest habe ich noch nie da gesehen, weil das kein zuerlässig wiederholbares Ereignis ist, sondern eine beschreibende statistische Aussage zum Hören des Kunden in dem Moment.
Das ist wie Dein Test mit 5 Audiogrammen an einem Tag. Der Meßfehler dabei ist der Mensch. Nur nach dem Gesetz der großen Zahl ergeben sich solche Aussagen wie eine "Zielhörkurve" für die Anpassungen via Percentile
Re: neulich beim Hörakustiker...
Verfasst: 25. Okt 2017, 14:39
von Ohrenklempner
Ich grätsche mal genau zwischen euch beiden rein.
Man muss zunächst unterscheiden, ob sich eine Hörgerätetechnologie in der Entwicklung befindet oder ob die Entwicklung abgeschlossen ist.
Wenn ein Hörsystem noch entwickelt wird, gibt es keine subjektiven Untersuchungen, sondern nur objektive. Da werden beispielsweise absurde Lautsprecheranordnungen installiert und Testsignale gegeben, um die Signalverarbeitung zu testen, oder um die theoretische Leistungsfähigkeit einer Störlärmunterdrückung zu analysieren.
Nach fertiger Entwicklung, und nachdem alles schön hübsch in ein tragbares Gehäuse eingepflanzt wurde, werden üblicherweise die Hörgeräte-Tests an echten, lebenden, schwerhörigen Probanden in einem gesunden Verhältnis aus Erfahrungen in "freier Wildbahn" (Alltagstauglichkeit) und im Labor (Reproduzierbarkeit) gemacht.
Die Probanden sollen bei den Tests verschiedene Dinge beurteilen: Sprachverstehen, Höranstrengung, Klangeindruck... zudem können diese Tests auch mit weiteren Gedächtnis- oder Aufmerksamkeitstests kombiniert werden, um die kognitiven Auswirkungen der Hörgeräteversorgung zu bestimmen.
Natürlich basieren (bis auf die zur Zulassung nötigen Normmessungen) fast alle dieser Untersuchungen auf subjektiven Wahrnehmungen. Wie sonst soll denn ein Hörgerätehersteller für den Nutzen seiner neusten Geräte argumentieren? Ursula Müller, 87, interessiert sich nicht dafür, dass ein Intermodulationsfaktor bei Hörgerät A um 52% geringer ist als bei Hörgerät B. Ursula Müller interessiert sich dafür, dass sich vier von fünf Hörgeräteträgern mit Hörgerät A viel entspannter und fitter fühlen als mit Hörgerät B. Ja, das ist pures Marketing, sonst nichts. Der Hersteller wäre aber auch schön doof, wenn er eine brillante Technologie auf den Markt bringt, und keiner kann sagen, worin überhaupt der Nutzen liegt.

Re: neulich beim Hörakustiker...
Verfasst: 25. Okt 2017, 15:16
von Faber
moin,
ich habe nicht das Geringste dagegen, wenn für mehr Komfort und für geringere Anstrengung auch Aufzahlung geleistet werden muss.
ich habe was dagegen, dass mir mein Hörgeräteakustiker kein besseres Wortverstehen als mit den Basisgeräten beweisen DARF, weil er sonst drauflegen muss.
DAS beklage ich - sonst gar nix

LG
Gewichtl
Re: neulich beim Hörakustiker...
Verfasst: 26. Okt 2017, 08:52
von AkustikerMeister
Gewichtl hat geschrieben:moin,
ich habe nicht das Geringste dagegen, wenn für mehr Komfort und für geringere Anstrengung auch Aufzahlung geleistet werden muss.
ich habe was dagegen, dass mir mein Hörgeräteakustiker kein besseres Wortverstehen als mit den Basisgeräten beweisen DARF, weil er sonst drauflegen muss.
DAS beklage ich - sonst gar nix

LG
Gewichtl
Ist das so? Erhliche Frage!
Das kann ich mir nämlich kaum vorstellen.
Lassen wir mal die emotionale Seite aus dem Spiel:
Angenommen ein Akustiker macht diese Tests mit verschiedenen Geräten und angenommen das highend Gerät schneidet wiedererwartend tatsächlich besser ab.
Dann habe ich zwei Fragen.
1. Die Tests werden auf keinen Fall identisch aussehen. Das ist sehr unwahrscheinlich. Wie gross darf der Unterschied also sein? Wie gross ist die Messtoleranz?
und 2. Kann man den Akustiker wohl kaum zum Verkauf zwingen oder nicht? Für ein Kaufgeschäft müssen immer beide Parteien einverstanden sein.
Ist es nicht so, dass der Kunde etwas unterschreiben muss und damit bestätigt das er mit Hörgerät X zufrieden ist? Und wenn dem nicht so ist, kann der Akustiker einfach nicht über die Kasse abrechnen?
Das bedeutet aber nicht automatisch im Umkehrschluss, dass der Akustiker verpflichtet ist dir ein Hörgerät zu verkaufen. Oder? Dann kommt es einfach beim betreffenden Akustiker nicht zum Abschluss.
Was ich damit sagen will:
Es mag verschiedene Gründe geben, wieso Akustiker auf Sprachtest im Störlärm verzichten.
Ich selbst arbeite sehr gerne mit solchen Verfahren aber das tut hier im Moment nichts zur Sache.
Dass Akustiker aber auf Grund der von Dir beschriebenen Situation auf solche Messungen verzichten, halte ich jedoch aus den aufgeführten Gründen eher für unrealistisch.
Re: neulich beim Hörakustiker...
Verfasst: 26. Okt 2017, 11:23
von svenyeng
Hallo!
@AkustikerMeister:
Die Sichtweise ist sehr interessant und ich würde es auch so sehen das ein Akustiker nicht verpflichtet ist jemanden ein Hörgerät zu verkaufen.
Er hat zwar nen Vertrag mit der KK, aber kann sich ja wohl trotzdem seine Kunden aussuchen.
Ein Arzt kann ja auch sagen das er keine neuen Patienten mehr annimmt.
Behandeln im Notfall ist etwas anderes, das muss er.
Gruß
sven
Re: neulich beim Hörakustiker...
Verfasst: 26. Okt 2017, 13:17
von Faber
Moin,
mal mein bescheidener Beitrag zur Klarheitenbeseitigung im deutschen Recht zu dieser Problematik:
1.
der Hörakustikhandwerker hat mit meiner Krankenkasse - direkt oder indirekt - einen Versorgungsvertrag geschlossen, der nirgends etwas von "Ablehnungrecht des Hörakustikhandwerkers von auf Vertragseinhaltung bestehenden, zu versorgenden Individuen mit Hörbehinderung" vorsieht.
2.
der Hörakustikhandwerker hat allerdings sehr wohl in dieser Vertragsvereinbarung (Anlage 1, § 5 Satz 1b) eine "ODER"-Alternative zur Hörgerätevergleichsmessung akzeptiert.
3.
Der Hörakustikhandwerker hat in derselben Vertragsvereinbarung akzeptiert (Anlage 1, § 5 Satz 2) dass auch das beste HighEnd-Hörsystem NICHT bessere Verstehwerte in einem der alternativ anzubietenden Testverfahren ermöglichen darf, als ein von ihm aufzahlungsfrei angebotenes Gerät. (Der Unterschied darf maximal 5 Prozent betragen, 5 Prozent sind NICHT 5%-Punkte!!!).
soweit verstehfähig?

Nachsatz:
es ist auch nicht unbedingt vergleichbar, was ein Arzt regeln kann - und was ein Handwerker regelt

LG
Gewichtl
Re: neulich beim Hörakustiker...
Verfasst: 26. Okt 2017, 13:28
von AkustikerMeister
Ich denke kaum, dass man den Akustiker zum Verkauf zwingen kann…
Kommt der Vertrag nicht erst beim Verkauf zustande? Also regelt der Vertrag nicht eher die Bedingungen für eine Kassenbeteiligung? Sind diese nicht erfüllt, ist die Kasse nicht zur Beteiligung verpflichtet.
Aber nicht weiter wichtig. War nicht das Thema des Threads.
Wir in der Schweiz haben auf jeden Fall nichts dergleichen. Aber ich würde mich auch von Niemandem zu einer Zusammenarbeit mit welchem Kunden auch immer zwingen lassen.
Ist in unseren Breitegraden vermutlich eher schwierig. Da gibt es Dinge die über Verträgen mit Krankenkassen stehen.
Re: neulich beim Hörakustiker...
Verfasst: 26. Okt 2017, 13:38
von Faber
Moin AkustikerMeister,
DAS musst du mir jetzt mal auf deutsches Recht übersetzen:
NICHT die Beitragszahlung zur gesetzlichen Krankenversicherung garantiert die Hörsystemversorgung, sondern letztlich "Wohlverhalten gegenüber den Interessen des Handwerksbetriebes"?
DAS ist dein Ernst?
LG
Gewichtl