Neuling - viele Fragen

Für Ratsuchende, Erfahrungsaustausch, Hilfestellungen
Wallaby
Beiträge: 262
Registriert: 23.06.2015
6

Re: Neuling - viele Fragen

#26

Beitrag von Wallaby »

Tja Johannes, das hatten aber div. User von uns versucht Dir zu erklären. Aber Du warst auf "alles verstehen zu müssen" fixiert.
Wir hatten auch erwähnt, dass vielen von uns mit Maske anstrengender geworden ist und uns auch nervte.
Und wie läuft sonst die Reha, über Deinen Bericht bin ich schon gespannt.

Gruß
Wallaby
Bachianer
Beiträge: 144
Registriert: 19.12.2019
1

Re: Neuling - viele Fragen

#27

Beitrag von Bachianer »

Jani hat geschrieben: 10. Jun 2021, 07:48 Hallo Andreas,

Dass HG oder auch das CI ausschließlich Zuhause zu tragen macht schon Sinn, weil du dann immer noch Input bekommst bzw. die Ohren bekommen Input weiterhin.
Hallo Jani,

dass sehe ich gänzlich anders...

Es macht doch keinen Sinn das HG. wegzulassen wenn man aus dem Haus geht, zumal wenn man ein aktiver Mensch wie "Snoopy" ist, Umweltgeräusche und Gespräche in größeren Gruppen gehören doch einfach dazu, ansonsten hat man doch gar keine Chance HG, erstmal auf ihre Alltagstauglichkeit zu testen!?
Wie soll das denn funktionieren, der Aku fragt den Kunden "und wie sind sie mit den HG. klargekommen?"..."Jo super, mein Partner ist etwas besser zu verstehen und die Lautstärke vom Fernseher kann ich ein Balken runterregeln, nur die Klospülung klingt etwas merkwürdig..."

In einer Stadt ist nun mal eine ganz andere Geräuschkulisse, schwer die in einer Wohnung nachzustellen, selbst die hilflosen Versuche der Akus eine stadtähnliche Geräuschkulisse herzustellen erweisen sich als nicht Praxistauglich, zumindest bei mir war das suboptimal!
Ein HG. sollte schon in den Alltag integriert werden, dass hier gerne eine Pause gemacht werden kann habe ich dir ja zugestanden, zumindest für einen halbwegs aktiven Menschen gehört das Tragen außerhalb des Hauses einfach dazu. ;)

Andreas
Johannes B.
Beiträge: 1487
Registriert: 28.05.2020
1

Re: Neuling - viele Fragen

#28

Beitrag von Johannes B. »

also, wir lernen hier in der Reha auch immer wieder:
"verstehen findet im Kopf statt und nicht im Hörgerät"
Fazit:
"das Hirn biegt sich zurecht, wie es mit den Eindrücken, die ihm angeboten werden, umgehen will".
Dazu braucht´s aber möglichst viele Schalleindrücke, um wieder "das ganze Bild zu bekommen".
Und dabei ist Kontinuität wichtig und nicht ständig "mal so und dann wieder anders".
Kurz:
das Gehirn schafft es, den "lauten, klirrenden, blechernen Klang" im Laufe der Zeit als "kristallklare Verstehgrundlage" zu nutzen.
Aber eben nur dann, wenn du´s darauf trainierst. Problem: das Hirn muss es lernen wollen und unbewusste Abwehr macht die besten Hörgeräteanpassungen zunichte. Da kommen dann die Hörsysteme in´s Spiel, welche schon von sich aus per immer ausgefeilterer Automatik dir nur noch "gefilterte Wahrheiten" an´s Ohr liefern. Sozusagen für dich entscheiden, was gut für dich ist. Wer´s mag ;-)
für bestmöglich hören und verstehen zahlt man in D mit seinen Kassenbeiträgen,
für Komfort und Design und schönen Schein zahlt man halt drauf ;-)
muggel
Beiträge: 932
Registriert: 19.06.2013
8

Re: Neuling - viele Fragen

#29

Beitrag von muggel »

Erstaunlich.... was wir dir hier über Jahre und in zig Beiträgen immer wieder gesagt haben und von dir strikt abgelehnt wurde, verstehst du nun durch die Reha?? Spannend!
Vielleicht liegt dein Verstehproblem wirklich nicht (rein) auf akustischer Seite.
Jani
Beiträge: 290
Registriert: 30.01.2011
10
Wohnort: Bayern

Re: Neuling - viele Fragen

#30

Beitrag von Jani »

Bachianer hat geschrieben: 11. Jun 2021, 02:06
Jani hat geschrieben: 10. Jun 2021, 07:48 Hallo Andreas,

Dass HG oder auch das CI ausschließlich Zuhause zu tragen macht schon Sinn, weil du dann immer noch Input bekommst bzw. die Ohren bekommen Input weiterhin.
Hallo Jani,

dass sehe ich gänzlich anders...

Es macht doch keinen Sinn das HG. wegzulassen wenn man aus dem Haus geht, zumal wenn man ein aktiver Mensch wie "Snoopy" ist, Umweltgeräusche und Gespräche in größeren Gruppen gehören doch einfach dazu, ansonsten hat man doch gar keine Chance HG, erstmal auf ihre Alltagstauglichkeit zu testen!?
Wie soll das denn funktionieren, der Aku fragt den Kunden "und wie sind sie mit den HG. klargekommen?"..."Jo super, mein Partner ist etwas besser zu verstehen und die Lautstärke vom Fernseher kann ich ein Balken runterregeln, nur die Klospülung klingt etwas merkwürdig..."

In einer Stadt ist nun mal eine ganz andere Geräuschkulisse, schwer die in einer Wohnung nachzustellen, selbst die hilflosen Versuche der Akus eine stadtähnliche Geräuschkulisse herzustellen erweisen sich als nicht Praxistauglich, zumindest bei mir war das suboptimal!
Ein HG. sollte schon in den Alltag integriert werden, dass hier gerne eine Pause gemacht werden kann habe ich dir ja zugestanden, zumindest für einen halbwegs aktiven Menschen gehört das Tragen außerhalb des Hauses einfach dazu. ;)

Andreas
Hallo Andreas,

ich glaube, wir haben wohl aneinander vorbeigeredet. Ich meinte etwas anderes und du ebenfalls.
Klar, bei der Testung eines neuen HG sollte man diese schon konsequent tragen, wenn man außer Haus geht und auch daheim.
Ich hatte mich ja nur darauf bezogen gehabt, wenn man schon länger mit HG und/oder CI hört, dass dann hin und wieder Hörpausen von Bedeutung sein können.


Liebe Grüße Jani
Seit nach Geburt hörgeschädigt.

rechts: Naída Q70 CI seit 2001
links: Naída Q90 CI seit 2018

"Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar." (Antoine de Saint-Exupéry) :blume1:
Snoopy82
Beiträge: 13
Registriert: 02.06.2021

Re: Neuling - viele Fragen

#31

Beitrag von Snoopy82 »

Bachianer hat geschrieben: 11. Jun 2021, 02:06

Hallo Jani,

dass sehe ich gänzlich anders...

Es macht doch keinen Sinn das HG. wegzulassen wenn man aus dem Haus geht, zumal wenn man ein aktiver Mensch wie "Snoopy" ist, Umweltgeräusche und Gespräche in größeren Gruppen gehören doch einfach dazu, ansonsten hat man doch gar keine Chance HG, erstmal auf ihre Alltagstauglichkeit zu testen!?
Wie soll das denn funktionieren, der Aku fragt den Kunden "und wie sind sie mit den HG. klargekommen?"..."Jo super, mein Partner ist etwas besser zu verstehen und die Lautstärke vom Fernseher kann ich ein Balken runterregeln, nur die Klospülung klingt etwas merkwürdig..."

In einer Stadt ist nun mal eine ganz andere Geräuschkulisse, schwer die in einer Wohnung nachzustellen, selbst die hilflosen Versuche der Akus eine stadtähnliche Geräuschkulisse herzustellen erweisen sich als nicht Praxistauglich, zumindest bei mir war das suboptimal!
Ein HG. sollte schon in den Alltag integriert werden, dass hier gerne eine Pause gemacht werden kann habe ich dir ja zugestanden, zumindest für einen halbwegs aktiven Menschen gehört das Tragen außerhalb des Hauses einfach dazu. ;)

Andreas
Wenn ich das so lese, erscheint mir die Idee, die HG erst mal nur zu Hause zu tragen, tatsächlich ziemlich sinnfrei :crazy: War wohl ein kurzes anfängliches Wunschdenken, mich nicht direkt damit unter Leute trauen zu müssen :lol:

Ich merke allerdings auch, durch die Beschäftigung mit dem Thema, dass meine innere Abwehr geringer wird und ich jetzt auch total gespannt bin, wie der Höreindruck mit HG sein wird ... ich hoffe, ich bin dann nicht enttäuscht, wenn's erst mal doof klingt weil es nicht von Anfang an 100%ig passt oder ich mich dran gewöhnen muss.

Meiner Tochter habe ich gestern von den Funktionen erzählt, die ich gerne haben möchte (Musik streamen, telefonieren), da war sie fast neidisch 8-)
Johannes B.
Beiträge: 1487
Registriert: 28.05.2020
1

Re: Neuling - viele Fragen

#32

Beitrag von Johannes B. »

muggel hat geschrieben: 11. Jun 2021, 08:29 Erstaunlich.... was wir dir hier über Jahre und in zig Beiträgen immer wieder gesagt haben und von dir strikt abgelehnt wurde, verstehst du nun durch die Reha?? Spannend!
Vielleicht liegt dein Verstehproblem wirklich nicht (rein) auf akustischer Seite.
nun, ich lerne in der Reha auch, nicht auf jede dümmliche Provokation einzusteigen ;-)
für bestmöglich hören und verstehen zahlt man in D mit seinen Kassenbeiträgen,
für Komfort und Design und schönen Schein zahlt man halt drauf ;-)
Nanni
Beiträge: 491
Registriert: 06.02.2019
2

Re: Neuling - viele Fragen

#33

Beitrag von Nanni »

Moin, während meiner Anpassphase - vor Corona- bin ich extra überall hingegangen und habe ausprobiert, wie ich in den Situationen klar komme, oft genug alleine, um überhaupt erst mal ein Gefühl dafür zu kriegen. Cafés, Kino, Kneipe, Einkaufszentrum usw., dann auch mit Freunden. Ich habe auch gefragt, welche Geräusche in der Umgebung sind, um zu vergleichen. Wahrscheinlich ist das jetzt dank „Zwangsisolation“ wieder alles weg 🙄

Man muss sich nicht sofort outen. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass vieles einfacher und selbstverständlicher ist, wenn man sagt, dass man Hörgeräte hat. Und das ändert ja nichts am Charakter, wer wegen der Hörgeräte nichts mit mir zu tun haben möchte, hat meine Aufmerksamkeit/Zeit eh nicht verdient.

Ich finde, wenn wir Betroffenen offen damit umgehen wird das Thema in der Allgemeinheit auch viel selbstverständlicher. Da müsste man sich erst gar keine Gedanken über das ‚outen‘ machen. Und die Hörgeräte würden vielleicht auch noch schicker/bunter werden 😊
Gruß Nanni
rabenschwinge
Beiträge: 1720
Registriert: 22.11.2017
3

Re: Neuling - viele Fragen

#34

Beitrag von rabenschwinge »

Ähnlich wie Nanni hab ich das auch gemacht: Gezielt mit den Hörgeräten rein in die Hörsituationen, die mein Alltag aber auch meine Freizeit und das Hobby so bieten.
Hieß auch mit den zu testenden Teilen zum Beispiel ins Restaurant, auf den Bahnhof, in den Konsumtempel Einkaufszentrum, mit Freunden treffen usw. usf.

Ich oute mich gerade in diesen Maskenzeiten gleich. Macht es einfacher.
Blümle
Beiträge: 300
Registriert: 03.09.2020
Wohnort: Umkreis Tübingen

Re: Neuling - viele Fragen

#35

Beitrag von Blümle »

Snoopy82 hat geschrieben: 11. Jun 2021, 10:29
Meiner Tochter habe ich gestern von den Funktionen erzählt, die ich gerne haben möchte (Musik streamen, telefonieren), da war sie fast neidisch 8-)
Das fand ich auch ne extrem coole Idee, - bis mich dann die Realität der Hörgeräte-Welt eingeholt hat.

Wurde mir hier dann auf meine Fragen und Beschwerden zu diesen Funktionen leider dann auch immer wieder gesagt: Hörgeräte sind in erster Linie Hörgeräte und der ganze angenehme, coole Schnick-Schnack drumrum ist leider erst in den Kinderschuhen und funktioniert leider nicht so problemlos, wie man das 2021 eigentlich erwarten würde, - so als einfacher, technisch nicht unbedingt ganz so versierter Mensch wie ich einer bin. 😉.

Ich will Dir damit -weder die Hoffnung noch die Freude an diesen netten Begleiterscheinungen an Hörgeräten nehmen, - ganz im Gegenteil. Damit -Du nicht solchen Enttäuschungen aufsitzen musst, frag da bei der Wahl Deiner Geräte sehr, sehr gezielt danach, was die Teile tatsächlich leisten können (also in echt, und nicht nur in den Beschreibungen der <Prospekte).

An wieviel und welchen Geräten (Apple oder anderes) willst Du die Hörgeräte koppeln? (Da gibts große Unterschiede!)
Willst Du freihändig telefonieren können?
Wie lange willst Du was streamen können? (Die Leistungsfähigkeit der Akkus ist unterschiedlich, je nachdem welches Bluetooth verwendet wird)

Wenn Dir das sehr wichtig ist, achte bei der Wahl Deines/Deiner Akustiker*in drauf, ob die auch von diesen ganzen Zusatzfunktionen wirklich Ahnung haben. Das ist leider genauso wenig selbstverständlich und standardiesiert wie bei den anderen Fragen, die ich weiter oben ja schon geschrieben habe. (Anpassung nach Geschmack oder nach Perzentilmessung, Domes oder Otoplastiken,….) .
Es ist nervig, wenn dazu keine oder nicht stimmende Aussagen gemacht werden können und dann jedes Mal erst beim Hersteller nachgefragt werden muss, ob und wie das die Geräte können.

Und lass Dir genau erklären und Zeit damit, ob und welche Zusatzgeräte Du tatsächlich noch alles brauchst. Bei der 2. Akustikerin kam ich mir vor wie bei ner Tupper-Party, …… und dann noch das Konferenz-Mikro (für schlappe 1000.-€), …. und eine Trockenbox,….. und dieses Desinfektions- und Reinigungsmittel,….. und ……


Schönen Sonntag wünscht das Blümle
:blume1:
„..... ein Königreich für passende Otoplastiken!“
Und wenn sie nicht gestorben ist, dann fleht die Prinzessin auf der Erbse noch heute darum.....
:prayer: :animiertes-frech-smilies-bild-0042:
Michael1
Beiträge: 109
Registriert: 05.07.2010
11

Re: Neuling - viele Fragen

#36

Beitrag von Michael1 »

Eingehend auf das, was #35 Blümle geschrieben hat, möchte ich ein "Binse" anhängen:

Vergiss über all den Schnick-Schnack nicht, warum du dir überhaupt ein HG zulegst. Dieser Schnick-Schnack, mit dem die Hersteller dem Hörgeschädigten ihre HG schmackhaft machen wollen, ist da, um zu verdecken, was die HGs trotz aller Versprechen nicht richtig können: "natürliches Hören" ermöglichen. Sie beweisen es sogar mit all dem Zubehör. Denn wenn HGs (auch die teuren!) das schafften, bräuchte es den Schnick-Schnack nicht. Der "natürlich Hörende" braucht schließlich auch keine bluetooth Verbindung zum Handy od. zum TV. Und erst recht kein eigenes Mikro auf dem Konferenztisch. Also sollte dein erstes sein: Finde das HG + die Einstellung, mit der du am besten hörst. Dann erst das Zubehör.
Nanni
Beiträge: 491
Registriert: 06.02.2019
2

Re: Neuling - viele Fragen

#37

Beitrag von Nanni »

Moin,
ich möchte meinen Schnick-Schnack nicht mehr missen. Natürlich hört sich Musik nicht soo an wie mit einer High-End Stereoanlage. Aber mit einem Musikprogramm kann man durchaus auch mal Musikhören, und wenn der Fernsehton direkt in die Hörgeräte kommt, ist das schon eine schöner Erleichterung.
Radtouren mit Musik untermalt und Navi-Ansagen direkt ins Ohr sind schon was feines.
Und soviel Zubehör braucht man ersten auch nicht - und wird zweitens evtl. von der Rentenversicherung bezahlt.
Was die Akkulaufzeit angeht, da stellt sich dann wieder die Frage Akku oder Batterie: Wenn ich merke, dass die Streamingverbindung schlapp wird, wechsel ich die Batterien und kann weiter hören.
Gerade jetzt in Homeofficezeiten und vielen Videokonferenzen und Telefonaten bin ich froh über die Bluetooth-Verbindung über Smartphone zu den Geräten.
In der Reha fand ich das auch praktisch, dass ich mein Multimic der Yogalehrerin anklipsen konnte. In der letzten Reihe liegend, habe ich ohne hinschauen zu müssen die Anweisungen verstanden und konnte mich auf die Übungen konzentrieren.
Das motiviert mich, irgendwann nach Corona, auch wieder in einen Sport-/Yogakurs zu gehen. Ohne bin ich nicht mehr gegangen, weil es mir viel zu anstrengend war, die Ansagen habe ich meistens nicht mitbekommen, musste angestrengt zur Trainerin gucken, war dadurch völlig verspannt und spätestens bei den Entspannungsübungen am Schluss habe ich mich gefragt, was die anderen machen, weil ich selbst nichts mehr mitbekommen habe.
Ich bin auch kein überzeugter Technikfreak - gehöre noch zu der Generation, die analog aufgewachsen ist - aber manches ist schon hilfreich und erleichtert den Alltag.
Natürlich muss man mit Hörgeräten in erster Linie wieder Sprache verstehen können, natürlich können Hörgeräte nicht das normale Gehör ersetzen - was einmal kaputt ist, ist kaputt - da lässt sich nichts reparieren. Aber Hörgeräte unterstützen und machen vieles wieder möglich, was man ohne nicht mehr gemacht hat oder was nur unter großer Anstrengung ging.


Und wenn das Thema im Alltag selbstverständlicher wäre, wäre die Entwicklung hinsichtlich Digitalisierung wahrscheinlich auch weiter, weil sich mehr Leute damit beschäftigen würden. Die heutige "Standard"-Kundschaft jenseits der 60 und mehr scheut meistens die Technik - wie der Teufel das Weihwasser - da ist technisch noch Luft nach oben und wird noch kommen ...
Wenn die jetzige junge Generation in das "Hörgerätealter" kommt, ist das für sie kein Schnick-Schnack mehr, sondern Selbstverständlichkeit.

Gruß Nanni
Carla
Beiträge: 166
Registriert: 06.11.2020

Re: Neuling - viele Fragen

#38

Beitrag von Carla »

Sagt irgendjemand zum Brillenkunden, dass die Brille das normale Auge nicht ersetzen kann, weil es sonst ja nicht so viele Fassungen gibt? Und Sonnenbrillen, Gleitsichtbrillen etc?

Natürlich ist ein Hörgerät ein Hilfsmittel, aber das kann man sich sich so komfortabel wie möglich ausrichten lassen.

An die WC Spülung gewöhnst du dich schnell, das liegt in der Natur der Sache. Akku oder Batterie ist Glaubensfrage, ich möchte Akku nicht missen.

Und immer bei jeder Probe raus ins Laute. Momentan wird wieder geöffnet. Verstehe ich im Restaurant mein Gegenüber? Normale Alltagssituationen eben. Auf der Strasse höre ich alles?

Und ruhig mehrere Akustiker ausprobieren. Meinen ersten suchte ich nach Entfernung aus, war nicht immer klug.
Viel Spass
Michael1
Beiträge: 109
Registriert: 05.07.2010
11

Re: Neuling - viele Fragen

#39

Beitrag von Michael1 »

Nanni hat geschrieben: 13. Jun 2021, 12:49 natürlich können Hörgeräte nicht das normale Gehör ersetzen - was einmal kaputt ist, ist kaputt - da lässt sich nichts reparieren.
Das würde ich so allgemein nicht stehen lassen. Es kommt darauf an, was kaputt ist. Und hier will ich meinem Aku glauben, der meinte, dass HGträger irgendwann besser hören als "Normalhörer". Auch wenn er das vielleicht nicht so ernst gemeint hat. Es lässt sich nicht vergleichen, aber trotzdem will ich's erwähnen: Bei der Grauer Star OP (eine Sache von 10 min), hatte ich die Wahl, bis 120%(!) Weitsicht zu gehen (habe letztlich nur 90% gewählt aus anderen Gründen).
... Kundschaft jenseits der 60 und mehr, scheut meistens die Technik - wie der Teufel das Weihwasser ...
Ts Ts Ts! Das würde ich so allgemein nicht stehen lassen ...
Nanni
Beiträge: 491
Registriert: 06.02.2019
2

Re: Neuling - viele Fragen

#40

Beitrag von Nanni »

Wenn die Härchen im Ohr kaputt sind, lassen die sich nicht mehr reparieren. Da kommt kein Hören zurück.
Mit Hörgeräten ist es wahrscheinlich schon möglich, dass man irgendwann besser hört als Normalhörende.
Bei einem Hörsturz kannst du Glück haben und dein Gehör erholt sich wieder, aber eine Garantie dafür gibt es nicht.
Ein amputierter Arm wächst ja auch nicht nach …
Ohrenklempner
Beiträge: 4115
Registriert: 20.02.2015
6
Wohnort: Mitteldeutschland

Re: Neuling - viele Fragen

#41

Beitrag von Ohrenklempner »

Das unterschreibe ich. ;)

Viele Hörgeschädigte haben bei der ersten Anpassung eine unmöglich zu erfüllende Erwartung: Es soll sich etwas ändern, aber es soll alles so bleiben, wie es ist.

"Natürliches Hören" ist das Hören ohne Hörgerät. Mit Hörgerät ist es immer unnatürlich, aber es wird mit der Zeit normal.
Allons-y!
Snoopy82
Beiträge: 13
Registriert: 02.06.2021

Re: Neuling - viele Fragen

#42

Beitrag von Snoopy82 »

Das ist ein guter Hinweis, auch genau nachzufragen, wie fit der Akustiker mit dem ganzen technischen Zusatzkram ist!
Mir ist das schon wichtig, den ein oder anderen technischen Schnickschnack zu haben, den man sicherlich nicht zwingend braucht, aber z.B. habe ich viele Videokonferenzen oder längere Telefonate, die ich normalerweise über AirPods führe (auch damit ich die Hände frei habe) - für die ist ja dann kein Platz mehr in den Ohren, da wäre die BT-Lösung aufs HG perfekt. Dazu kommt, dass ich schon ziemlich Technik-affin und neugierig bin, was da so geht :-).

Die Erwartung, dass das Hören durch die HG so wird, wie bei einem perfekt hörenden Menschen, habe ich nicht - auch wenn es natürlich toll wäre, aber da bin ich realistisch ;-). Und das Sprachverstehen steht auf jeden Fall an erster Stelle; die Situationen im Alltag haben letztlich ja auch den Ausschlag gegeben, dass ich zum HNO gegangen bin.

Trotzdem muss ich sagen, dass das Wissen, dass es mittlerweile fast unsichtbare Geräte gibt (auch wenn ich da vermutlich der Empfehlung meiner HNO zu einem hinter-dem-Ohr-Gerät folgen werde), die auch noch ziemlich viel technisch können, mir den letzten nötigen Schubs gegeben hat, mich an das Thema jetzt ranzutrauen. Die alten, dicken, hautfarbenen Geräte, die ich z.B. noch von meinem Onkel in den 80ern kenne, hätten mich ganz sicher nicht zum HNO geführt ...

Macht es bei der Eingewöhnung einen Unterschied, wie gravierend die Hörschädigung ist? Ich bin (laut Rechner hier im Forum) rechts leicht und links mittelgrasig schwerhörig und habe zumindest die Hoffnung, dass bei nicht ganz so viel nötiger Verstärkung der Klang vielleicht nicht ganz so künstlich ist? Ist das Wunschdenken? Oder lässt sich das so pauschal nicht sagen?
Ohrenklempner
Beiträge: 4115
Registriert: 20.02.2015
6
Wohnort: Mitteldeutschland

Re: Neuling - viele Fragen

#43

Beitrag von Ohrenklempner »

Snoopy82 hat geschrieben: Macht es bei der Eingewöhnung einen Unterschied, wie gravierend die Hörschädigung ist? Ich bin (laut Rechner hier im Forum) rechts leicht und links mittelgrasig schwerhörig und habe zumindest die Hoffnung, dass bei nicht ganz so viel nötiger Verstärkung der Klang vielleicht nicht ganz so künstlich ist? Ist das Wunschdenken? Oder lässt sich das so pauschal nicht sagen?
Geringgradige Ohren haben es mit der Umgewöhnung leichter als Hochgradige, da natürlich effektiv nicht so viel Verstärkung aufs Ohr gegeben werden muss. Je höher die Verstärkung, desto größer auch die Umgewöhnung. Am leichten ist es bei gering- bis mittelgradigen reinen Hochtonhörverlusten. Da ändert sich am Klangbild nicht viel, denn es muss nur in den Höhen etwas mehr Dampf aufs Ohr kommen. Es klingt alles heller, brillanter, klarer und deutlicher; das natürliche Lautheitsempfinden bleibt aber weitgehend.
Allons-y!
Snoopy82
Beiträge: 13
Registriert: 02.06.2021

Re: Neuling - viele Fragen

#44

Beitrag von Snoopy82 »

Das klingt beruhigend! Wobei bei mir die hohen Töne noch am besten sind (ganz oben 25dB), ganz schlimm ist es bei den ganz tiefen Tönen (50dB) und bei 4kH (bzw links von 2-4 kH) geht es noch mal runter auf 45 (rechts) bzw 55 (links). Das scheint mir seltener zu sein, dass die tiefen Töne eher betroffen sind, wenn ich das hier richtig verstanden habe?
Snoopy82
Beiträge: 13
Registriert: 02.06.2021

Re: Neuling - viele Fragen

#45

Beitrag von Snoopy82 »

Sooo, jetzt hab ich seit Donnerstag die ersten Hörgeräte zum Testen hier - Signia pure 312 sind es - und im Großen und Ganzen bin ich erst mal ganz begeistert ... meine Familie muss viel seltener Gesagtes wiederholen, Telefonieren ist fantastisch (bisher rannte ich ständig durchs Haus auf der Suche nach Kopfhörern, die immer woanders rumliegen, weil es ohne schwierig war - jetzt telefoniere ich einfach und hab den Ton im Ohr 8-) )Gespräche im Auto und Biergarten hab ich bisher ausprobiert, das war eine ganz deutliche Verbesserung zu vorher, und ich hab jetzt nach 3 Tagen schon das Gefühl, dass die ganzen Nebengeräusche, die ich anfangs als sehr extrem wahrgenommen habe, gar nicht mehr so sehr auffallen.
Es scheint mir also wirklich gut zu helfen und auch der Klang war nicht so schlimm wie befürchtet (nachdem ich hier Einiges gelesen hatte, war ich aufs Schlimmste gefasst ;-)). Auch die Töne der Querflöte schafft das HG ganz gut!

Insgesamt also ein guter Start; in 8 Tagen gibt es ein zweites Gerät (von Oticon), um mal einen Vergleich zu haben und dann schauen wir weiter.

ABER eine Sache stört mich noch ziemlich: während ich links zwischenzeitlich schon gar nicht mehr dran denke, dass ich was im Ohr habe, ist es rechts den ganzen Tag so, dass ich immer wieder das Gefühl habe, das Ohr geht zu ... so als wäre nach dem Tauchen Wasser im Ohr. Ich habe auch dann das Gefühl, dass ich schlechter höre. Wenn ich dann ein bisschen am Ohr rumziehe, ploppt es und ist wieder ok, aber kurze Zeit später ist es wieder "dicht". Manchmal durch Bewegungen, manchmal einfach so, aber dieses permanente hin und her nervt. Es fühlt sich an, als würde sich was im Ohr immer wieder "ansaugen" und durch das Ziehen an der Ohrmuschel (manchmal reicht auch, den Kiefer ein wenig zu bewegen, zu gähnen, die Nase zu putzen ...) dann wieder lösen.

Ist das normal? Bessert sich das? Oder ist das ein Hinweis, dass das Gerät nicht gut sitzt, und ich sollte direkt am Montag noch mal zum Akustiker?

Da ich auf der problematischen Seite einen ziemlich engen Gehörgang habe, der wohl auch irgendwie nach oben abbiegt, hatte ich auch schon den Gedanken, ob die Hörer oder die Schirmchen da einfach zu groß sind ... ist das möglich?
Ein HdO-Gerät mit integriertem Hörer möchte ich eigentlich nicht, weil ich die optisch so gar nicht ansprechend finde ... mit den kleinen Geräten kann ich mich mittlerweile ganz gut arrangieren, aber so ein dicker Schlauch wäre ziemlich übel ... falls die Größe im Ohr das Problem wäre, gibt es auch Geräte mit besonders kleinen Hörern?

Aktuell habe ich Schirmchen an den Geräten; die Akustikerin sprach davon, dass sie beim endgültigen Gerät Otoplastiken empfiehlt, die sie aber erst macht, wenn ich mich entschieden habe, weil die unterschiedlichen Hersteller teilweise unterschiedliche Anschlüsse haben. Kann es sich damit auch noch mal verbessern? Vom Gefühl her hab ich eher Sorge, dass es noch schlimmer ist, weil die ja völlig dicht sind?
Petra71
Beiträge: 76
Registriert: 05.02.2019
2

Re: Neuling - viele Fragen

#46

Beitrag von Petra71 »

Otoplastiken haben den Vorteil das sie immer exakt gleich sitzen. Ich hatte vom ersten Tag an welche mit grosser Belüftungsbohrung vermutlich behebt das dann auch dein Ansaugproblem.

Vor corona konnte man meine geräte nicht sehen weil ich die Haare drüber hatte. Mit Corona Frisur blieben mir nur Zopf und Dutt und jetzt ist es auch egal. Habe die Pure in weiß und blonde Haare weil ich aus Angst die zu verlieren auffällige wollte. Aber die Farbe ist auch toll.
Ohrenklempner
Beiträge: 4115
Registriert: 20.02.2015
6
Wohnort: Mitteldeutschland

Re: Neuling - viele Fragen

#47

Beitrag von Ohrenklempner »

Mit Otoplastiken wird das wirklich besser. Dicht gemacht wird nichts, keine Angst. Es sitzt einfach viel besser und das Ohr bleibt immer belüftet.
Allons-y!
Snoopy82
Beiträge: 13
Registriert: 02.06.2021

Re: Neuling - viele Fragen

#48

Beitrag von Snoopy82 »

Kurzes Update:
Ich habe jetzt meine zweiten Testgeräte ... Oticon Opn S1 ... und bin ganz begeistert vom Klang.
Meine Tochter (sie muss natürlich auch aus Neugier mal reinhören 8-) ) beschrieb es ganz passend: "Das klingt ja gar nicht wie ein Lautsprecher, sondern wie normal, nur lauter!" und so empfinde ich es auch.
Diesmal habe ich offene Schirmchen und das Problem mit dem zu-gehenden Ohr hat sich komplett erledigt!! :prayer: :clap:

Fast wäre ich also völlig begeistert, wenn nicht jetzt auf einer Seite der Hörer im Gehörgang drücken würde ... ich überlege, ob ich diese Woche noch mal hingehe und mir kleinere geben lasse - aktuell habe ich die 85er Hörer; die 60er scheinen ja kleiner zu sein - falls die Leistung ausreicht ... gibt es dazu vielleicht Erfahrungswerte hier im Forum?
Mein Hörverlust ist nicht ganz gravierend, bewegt sich zwischen 30 und 50 dB im mittleren Bereich (die äußeren Frequenzen sind ok, ungefähr bei 20 dB).
Jackie1
Beiträge: 29
Registriert: 21.11.2018
2

Re: Neuling - viele Fragen

#49

Beitrag von Jackie1 »

Hallo,
ich spiele Querflöte :-) und bin leicht-/mittelgradig schwerhörig!
Zum Üben im "stillen" Kämmerlein nehme ich die HGs raus, weil das für mich angenehmer ist. Wenn ich mit meiner Blechbläsertruppe im Freien übe, dann trage ich die HGs. Wenn wir drinnen in einem eher kleinen Kellerraum üben, habe ich sogar spezielle Ohrstöpsel dabei, damit mir durch Tuba und Posaune die Ohren nicht abfallen ;-)
Habe Vertrauen!!! Du wirst eine Lösung für dich finden. - Kreatives Ausprobieren hilft dabei!
Alles Gute und herzliche Grüße
Jackie
Snoopy82
Beiträge: 13
Registriert: 02.06.2021

Re: Neuling - viele Fragen

#50

Beitrag von Snoopy82 »

Jackie1 hat geschrieben: 13. Jul 2021, 21:49 Hallo,
ich spiele Querflöte :-) und bin leicht-/mittelgradig schwerhörig!
Zum Üben im "stillen" Kämmerlein nehme ich die HGs raus, weil das für mich angenehmer ist. Wenn ich mit meiner Blechbläsertruppe im Freien übe, dann trage ich die HGs. Wenn wir drinnen in einem eher kleinen Kellerraum üben, habe ich sogar spezielle Ohrstöpsel dabei, damit mir durch Tuba und Posaune die Ohren nicht abfallen ;-)
Habe Vertrauen!!! Du wirst eine Lösung für dich finden. - Kreatives Ausprobieren hilft dabei!
Alles Gute und herzliche Grüße
Jackie
Danke schön!! :-)
Ich habe die Querflöte jetzt schon ein paar Mal getestet und die HG schaffen alle Töne gut, auch wenn der Klang noch etwas gewöhnungsbedürftig ist - es klingt halt anders. Da werde ich sicher noch ein bisschen rumprobieren, damit es wieder richtig schön klingt!
Deine Erfahrung macht Mut, was sind das denn für Ohrstöpsel? Im Flötenensemble rechne ich da nicht mit Problemen, aber ich spiele auch im Spielmannszug, das könnte schon etwas laut sein in kleinen Räumen.
Antworten