Otoplastiken

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patric92
Beiträge: 26
Registriert: 16. Nov 2021, 08:06
2

Otoplastiken

#1

Beitrag von patric92 »

Hallo,

ich weiß, dass es Unterschiede zwischen Schirmchen und Otoplastiken gibt. Gerade bei höherem Hörverlust sind Otoplastiken unabdingbar.

Gibt es auch noch Unterschiede in den Arten der Otoplastiken? Sind da bestimmte Arten bei bestimmten Hörverlusten besser ?
beidseitig mit Oticon Opn S 3 versorgt.
125 - 250 - 500 - 1k - 2k - 3k - 4k - 8k
R: 50 - 50 - 50 - 45 - 50 - 55 - 65 - 70
L: 50 - 50 - 50 - 45 - 65 - 70 - 75 - 85
petrapan2000
Beiträge: 158
Registriert: 19. Jan 2024, 11:33

Re: Otoplastiken

#2

Beitrag von petrapan2000 »

Hallo!
Ich kenne feste Acryl Otoplastiken und habe jetzt sehr angenehme Thermotec Otoplastiken . Die Form nennt sich glaube ich „Kralle“. Finde ich sehr angenehm! Die sind jetzt wohl relativ “offen“. Ganz abschließende werden wohl nur verwendet, wenn man großen Tieftonverlust hat.
Oticon Zirkon 2 RIC beidseitig

----125--250--500--1000--1500--2000--3000--4000--6000--8000
-R- 30----30---35----40-----40-----40-----40-----45----35-----35
-L- 45----50---45----50-----55-----60-----60-----50----55-----40
Der Akustiker
Beiträge: 365
Registriert: 3. Dez 2017, 23:21
6

Re: Otoplastiken

#3

Beitrag von Der Akustiker »

Guten Morgen.

Grundsätzlich gibt es erst einmal zwei Unterschiede:

1. Das Material -> jedes hat seine Vor- und Nachteile! Vieles steht und fällt aber auch mit der Abformung und dem Labor!
-> hartes Material -> das "normale" -> + einfach bei einsetzen -> + verfärbt nicht -> - kann sich nicht anpassen
-> weiches Material -> wird nur noch selten genommen
-> bei kälte hart, bei Wärme weich (Variotherm / Thermotec) -> + passen sich dem Ohr angenehm an -> - verfärben sich -> - offenporig -> verträgt nicht jeder

2. Die Form -> alle Formen sind für Ex-Hörer auch zusätzlich ausgehöhlt (Folie) verfügbar
- Schale
- Ring
- Kralle
- Langspange
- Kurzspange
- Stöpsel

Die Zusatzbohrung wird anhand des Hörverlustes ermittelt.
Je mehr Lautstärke benötigt wird, desto geschlossener die Otoplastik! => sonst kann es zu Rückkopplungen kommen! Rückkopplungen entstehen meistens so zwischen 2-4 kHz!
Hören kann man mit jeden System...Verstehen nur, wenn das Gehirn es akzeptiert und trainiert ist! Akustiker aus Leidenschaft...
Mukketoaster
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Registriert: 15. Feb 2019, 15:22
5

Re: Otoplastiken

#4

Beitrag von Mukketoaster »

Otoplastiken spielen eine entscheidende Rolle bei der optimalen Anpassung von Hörgeräten. Durch individuell angefertigte Ohrpassstücke wird nicht nur ein angenehmer Tragekomfort gewährleistet, sondern auch die Effektivität der Hörgerätefunktionen maximiert. Besonders wichtig ist dabei zu beachten, dass die Features der Hörgeräte nur bis zu einer Bohrung von 1,0 mm messbar wirken können. Daher ist eine präzise Anpassung der Otoplastiken essenziell, um die bestmögliche Hörerfahrung für den Nutzer zu erreichen. Der Einwand der Okklusion ist hinfällig, da diese durch diverse Arten von Otoplastiken vermieden werden kann.
Birkbot
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Registriert: 25. Jul 2018, 11:25
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Wohnort: Erlangen

Re: Otoplastiken

#5

Beitrag von Birkbot »

Ich hatte mal das Glück, dass ich mal ne ganzen Latte an Otoplastiken austesten konnte. Etliche Härtegrade, etliche Formen, alle mit ner (ich glaub, 0,8er) Bohrung. Ich habe mich dann für sehr harte entschieden, Bauform Langspange. Die Langspange gibt mir guten Halt, gleichzeitig hab ich Luft am Ohr, das finde ich manchmal ganz angenehm. Für mich waren harte Otoplastiken gut, weil ich eh meistens warme Ohren habe, da ist das harte gefühlt kühler, gleichzeitig bleibt der Klang gleich. Wenn ich dann weicheres Material oder Thermotec hatte, hat sich (gefühlt) der Klang verändert, wurde matschiger, nicht so präzise, sobald die Otoplastiken warm wurden. Aber das ist wirklich Geschmackssache und kann bei jedem anders sein. Problem ist halt, dass die wenigsten Akustiker bereit sind, dem Patienten x verschiedene Bauformen und Werkstoffe anzufertigen, damit man mal n bisschen reinhören kann...
Chocolate
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Re: Otoplastiken

#6

Beitrag von Chocolate »

Ich denke welche Form und welches Material das "beste" für einen ist muss man schon etwas ausprobieren. Mein damaliger Akustiker fing mit Krallen an aus Akryl, diese Form drückte bei mir und das Material hab ich auch nicht vertragen. Auf sowas muss man dann natürlich eingehen, danach bekam ich nochmal harte Otos aus hypoallergenem Material, diesmal in Spangenform. Damit kam ich dann gut zurecht und blieb erstmal dabei. Zu der Zeit war es noch eine teiloffene Versorgung.
Bei der nächsten HG Versorgung wechselte ich dann auf Thermotec, dafür musste aber die Spange einem Ring weichen da das Material ja weicher war.
Ich persönlich finde etwas weichere Otos angenehmer, jetzt habe ich Ringe aus Silikon mit Belüftungsbohrung. Ich wäre bei Thermotec geblieben, aber das gab es nicht mehr in meiner Wunschfarbe ^^
Beidseits mittlerweile hochgradig bis an Taubheit-grenzend SH
(Progredient, "Badewannen"kurve)
Versorgt mit (re) Marvel CI von AB 03/23 und (li) Phonak Naida Link M
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